725 Jahre Düsseldorf: Vier Resümees

Spätfolgen eines Killepitsch-Rauschs? Düsseldorf-Logo | Foto: Alexandra Wehrmann

Die meisten Menschen neigen dazu, bei Jubiläen wie jenem, das die Stadt Düsseldorf in diesem Jahr begeht, ausschließlich schön Wetter zu machen. Nicht so coolibri. Vier Schreiberlinge, die bei uns Dienst tun, sagen an dieser Stelle der NRW-Kapitale, was gut ist und was besser laufen könnte.

Liebes Düsseldorf,

vermutlich bist du eher mit dem Dienstwagen unterwegs als mit dem Fahrrad? Du scheinst ja wie ich der Meinung zu sein, dass man als Radfahrer hier ziemlich gefährlich lebt. Sonst hättest du nicht die Kampagne „Sehen und gesehen werden – Radfahren in Düsseldorf“ ins Leben gerufen. Als besonderen Höhepunkt der Aktion hast du vom ADFC an drei (!) Stellen im Stadtgebiet weiß bemalte Schrotträder aufstellen lassen, die normalerweise sofort ein Fall für das Ordnungsamt wären. Damit willst du die Verkehrsteilnehmer zu mehr Achtsamkeit auffordern und an die schweren Radunfälle gemahnen, die genau dort passiert sind. Die Radwegesituation an jenen Brennpunkten zu entschärfen, ist dir allerdings nicht in den Sinn gekommen. Etwa an der Kreuzung Jülicher-/Münsterstraße, wo der Radweg erst keck um einen Baum herumführt, um dann just auf der Fahrbahn zu enden. Ich nenne dir auf Anfrage gerne weitere solcher Beispiele. Vielleicht sollte ich zu deiner großen Party lieber mit dem Kfz anreisen? Doch auch als Autofahrer werden du und ich keine Freunde mehr. Mein alter Golf hat fast 300 000 km runter und ist immer noch voll funktionstüchtig. Aber leider darf er auf deinen schönen Straßen nicht mehr fahren, weil du ja Umweltzone bist. Jedes Rheinschiff, das ungehindert seinen Feinstaub in die Luft pustet, kann über deinen „Luftreinhalteplan“ nur schallend lachen.

Gar nicht witzig findet das hingegen: Berit Kriegs