Comeback der Rotunde: Wiedereröffnung der Bochumer Off-Location

Noch ist die Rotunde eine Baustelle, aber bald erstrahlt die Location in neuem Licht. | Foto: Sebastian Ritscher

In Bochum geht es wieder rund. Und zwar rotund. Der alte Bahnhof am Riff bekommt neues und doch altes Leben eingehaucht, denn die Rotunde entsteigt ihrem nassen Grab um Bochum bald wieder als hippe Location dienen zu können. Jetzt haben die Macher Konzept und Programm vorgestellt.

Am 14. Juni ist es soweit, so verkündeten es die kreativen Köpfe hinter der neuen Rotunde jüngst auf ihrer Pressekonferenz. Die aktuelle Auferstehung der urbanen Off-Location ist nicht die erste. Bereits 2010 gab die Rotunde ein fünfjähriges Gastspiel in der Bochumer Location-Landschaft. Bis 2015 die Genehmigung ablief, lieferte die Rotunde ein buntes kulturelles Programm – und fand viele Fans. Einer von ihnen: Alpha-Boy-School-Drummer Sven Nowoczyn. Der Musiker und Veranstaltungstechniker startete 2016 den Umbau der Rotunde, um sie wieder bespielen zu können. Mittlerweile steckt die Projektgesellschaft „alter Bochumer Hauptbahnhof“ hinter der Rotunden-Reanimierung. Ein Team aus Nowoczyn, erfahrenen Bookern und weiteren Spezialisten mietet die Immobilie von Bermuda3Ecks-Gastronom Leo Bauer.

Keine Tapete, kein Putz

300.000 Euro steckt die neue Gesellschaft in den Innenausbau. Dabei soll mit dem Geld nicht gänzlich neues geschaffen werden. Von 2010 bis 2015 hat sich die Rotunde einen guten Ruf erarbeitet. „Wir partizipieren von dem Renommee“, so Nowoczyn. „Uns war es wichtig, die Rotunde in diesem Konzept weiterzuführen.“ Dazu gehört auch, dass die Wände bleiben, wie sie sind. Keine Tapete, kein Putz – nur stylisches Mauerwerk. Allerdings wird eine vernünftige Infrastruktur geschaffen. Die Rotunde bekommt eine Heizung spendiert und die Toiletten im Keller werden saniert und bekommen Verstärkung im Erdgeschoss.

Stefan Korthals, Sven Nowoczyn und Norman Debes (v.l.) stellen das neue Konzept der Rotunde vor. | Foto: Sebastian Ritscher

Die eigentliche Rotunde wird künftig als Empfangssaal dienen und für kleinere Veranstaltungen – etwa Lesungen – dienlich sein dürfen. Für laute Veranstaltungen geht es in den großen Saal nebenan, der im Zuge der Sanierung vergrößert wurde. Der Veranstaltungsraum bietet unbestuhlt etwa 400 Szenegängern Platz, bestuhlt sind es noch 200. Etwa 40 Plätze wird außerdem die Gastronomie bieten, die zum neuen Konzept gehört und bei gutem Wetter auch noch eine Terrasse bietet. „Uns war wichtig, dass wir das neue Restaurant ebenso alternativ bespiele, wie die Rotunde selbst“, so Nowoczyn. An sieben Tagen in der Woche wird die kleine Speisekarte etwa fünf wechselnde Gerichte anbieten. Öffnungszeiten: Die müssen sich noch einpendeln. Abseits von Veranstaltungen soll das Restaurant circa 17 Uhr öffnen, Ende ist wochentags zwischen 23 und 24 Uhr, am Wochenende open end.

Bis das Restaurant öffnet, dauert es noch. Im August soll es soweit sein. Bis dahin hat die Rotunde ordentlich vorgelegt. Mitte Juni findet die offizielle Eröffnung statt, vorher gibt es noch einen Prolog. Die „Weine vor Freude“ hat vom 9. bis 11. Juni eine neue Heimat in der Rotunde, die eigentliche Eröffnungswoche startet dann am 14. Juni. Den Auftakt macht die Partyreihe Yum Yum – mit bunter Deko, Süßigkeiten und Geschenken. Auf die Plattenteller kommt alles was schmeckt. Amy Winehouse, Gregory Porter, Beyoncé, De La Soul, Stevie Wonder und Co. warten auf Verköstigung.

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Rotunde Bochum

Am 15. Juni legen Karsten Riedel & Die Schnedboys mit einem Konzert musikalisch nach und übergeben am 16. den Staffelstab an Cutt Off Kites, East Indian Elephant und Walking On Rivers, die zum Heimspiel einladen. Jeden dritten Samstag im Monat wird das Bochumer Musik-Kollektiv Static feinsten Techno in der Rotunde kredenzen. Los geht es in der Eröffnungswoche am 17. Juni. Die Clubber dürfen sich auf rustikal-geniale Deko freuen, mit Grubenlampen und technischen Zeichnungen des Bochumer Vereins – und natürlich Urban Techno. Am 18. Juni darf während der Eröffnungswoche gelacht werden. Frank Goosen freut sich ebenfalls über das Rotunde-Comeback. Die ehemalige Tresenlesen-Hälfte holt sich Unterstützung auf die Bühne und spielt wortreiche Pässe unter dem Motto „Drei Ecken, ein Elfer“.

Mehr Termine

Neben der Eröffnungswoche stehen schon weitere Termine fest, etwa Kabarett mit Kai Magnus Sting (20.6.), ein Konzert mit Rafael Cortés (22.6.) oder die Party Kalakuta Soul. Die steigt ab dem 24. Juni an jedem vierten Samstag in Bochum. Gastgeber: Guy Dermosessian und Ze Bebelo. Am 25. Juni kommen Four Years Strong + Trash Boat auf ein Ständchen vorbei, am 30. Juni wird bei „The Early Days“ den 80ern gehuldigt und am 1. Juli gibt es bei Soul In Motion Drum and Bass. Viermal im Jahr darf sich dieses Format in der neuen Rotunde breit machen.

Die Partys steigen regelmäßig, bei den Konzerten sieht es noch etwas dünner aus. „Richtig losgehen wird es erst im ersten Quartal 2018“, sagt Norman Debbes, der sich ums Booking kümmert. Dieses Jahr heißt es erstmal „gucken, was noch kommt“. Debbes will keine Konzerte in die Rotunde pressen, die nicht ins Konzept passen. „Das soll alles Hand und Fuß haben.“ So wie das Konzept. „Wir wollen keine Kopie des alten Programms haben“, sagen die Macher. Generell sei das Programm wie die Gäste: Open minded.
Sebastian Ritscher

Videorundgang durch die Rotunde:

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