Viva con Agua @ Festival N.A.T.U.R.

Kostbares Wasser | Foto: Deutsche Welthungerhilfe

"Ich sehe Wasser, das du nicht siehst"

Mit zahlreichen Aktionen setzt sich in Bochum aktuell das Festival N.A.T.U.R. für einen behutsamen Umgang mit der Umwelt ein. Zum Programm gehören auch mehrere Veranstaltungen von „Viva con Agua supported by Ruhrgebiet“. Im Interview stellt Lena Muckermann die Arbeit ihrer Gruppe vor.

Ihr seid mit mit mehreren Veranstaltungen am Festival N.A.T.U.R. beteiligt. Grundsätzliche Frage: Auf welchem Wege setzt sich euer Projekt für die Natur ein?

Viva con Agua setzt sich für eine nachhaltige Trinkwasserversorgung und die Verfügbarkeit sanitärer Anlagen in Entwicklungsländern ein. Dadurch, dass nur unter 5 % des weltweiten Trinkwasservorkommens nutzbar sind, ist es wichtig die Ressourcen zu schonen und die Menschen zu sensibilisieren.

Das Festival N.A.T.U.R. schafft hierfür den perfekten Rahmen, denn auch hier steht Nachhaltigkeit vorhandener Ressourcen im Vordergrund. Mit viel Spaß und Motivation möchten die Macher die Bevölkerung aufklären und aufzeigen, dass es wichtig ist auf unsere Ressourcen zu achten. Wir schließen uns diesem Konzept an.

Heute findet um 19 Uhr in der Freihafengalerie im Unicenter ein Vortrag mit dem Titel „Ich sehe Wasser, das du nicht siehst“ statt. Worum geht es genau?

Virtuelles Wasser ist hier das Stichwort. Jedes Produkt enthält virtuelles Wasser, denn auch für die Herstellung der Produkte und die Produktion wird Wasser benötigt. Dies ist uns meist gar nicht bewusst. Zum Beispiel enthält ein Mikrochip 32 Liter Wasser, 1 kg Rindfleisch ca. 4 000 Liter.

Wir haben Wasser im Überfluss, allerdings geht es nicht allen Menschen auf diesen Planeten so. Wir möchten mit dem Vortrag die Menschen zum Denken anregen ihre Verhaltensweisen zu reflektieren.

Am Freitag zeigt ihr im R15 den Film „Water makes Money“. Skizziere bitte kurz deine Kritik an der weltweiten Privatisierung der Wasserversorgung.

Für die Großkonzerne ist Leitungswasser die größte Konkurrenz. Natürlich ist deshalb die Nachfrage für die Wasserprivatisierung enorm hoch. Nur wenige Menschen wissen genau, dass wir vor allem in Deutschland über das sauberste Trinkwasser verfügen und dieses ohne Bedenken trinken können. Deshalb liegt es sehr nahe das Trinkwasser privatisieren zu wollen.

Die Regierungen erhoffen sich vor allem eine höhere Effizienz, allerdings wird durch die Privatisierung ärmeren Menschen der Zugang zu Trinkwasser verweigert, dies kollidiert aber eindeutig mit dem Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser, das 2010 durch die EU in Kraft gesetzt wurde.

Wo trifft man euch ansonsten noch auf dem Festival an?

Wir sind am Sonntag in der Rotunde mit einem großen Infostand vertreten und freuen uns den Leuten, Viva con Agua näher zu bringen und interaktiv mit dem Bau von Wasserfiltern für sauberes Trinkwasser zu sensibilisieren.

Hast du abschließend ein paar Tipps zu Hand, mit denen jeder Leser auf die Schnelle seinen täglichen Wasserverbrauch reduzieren kann?

Wir sollten allgemein darauf achten woher unsere Produkte kommen, sowie regionale Getränkehersteller bei unserer Wahl bevorzugen. Coca Cola und Nestle’ z.B für ihre Produktionen bekannt, den Grundwasserspiegel in vielen Entwicklungsländern soweit zu senken, dass den Menschen vor Ort nichts anderes übrig bleibt, als deren Produkte zu kaufen, um überhaupt an sauberes Trinkwasser zu gelangen.

Auch die Schärfung des Bewusstseins, auf saisonale Produkte zurückzugreifen, verbraucht weniger Wasser und schont die Umwelt. Wir haben uns viel zu sehr daran gewöhnt, dass uns alle Produkte zur jeder Zeit zur Verfügung stehen.

Außerdem kann durch kleine Veränderungen Wasser im Alltag gespart werden, in dem z.B. der Wasserhahn beim Zähneputzen nicht läuft, eher geduscht als gebadet und weniger Fleisch konsumiert wird oder Wassertonnen das Regenwasser im Garten aufsammeln.