Verkaufsoffene Sonntage: Essener Händler umgehen das Verbot

In Essen sind die verkaufsoffenen Sonntage vorerst verboten. | Foto: Inga Pöting

Auf ihre verkaufsoffenen Sonntage müssen die Essener vorerst verzichten. Eigentlich. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Außerdem greift der Einzelhandel in die Trickkiste.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat die geplanten verkaufsoffenen Sonntage der selbsternannten „Einkaufsstadt“ in einem Beschluss vom 13. März gekippt. Wie es letztendlich um die sonntäglichen Shopping-Termine bestellt ist, muss das Gericht später entscheiden. Noch ist eine Klage zum Thema anhängig.

Vorerst ist es den Essener Händlern allerdings untersagt, an den geplanten Terminen der verkaufsoffenen Sonntage ihre Waren feilzubieten. Diese bittere Pille will aber nicht jeder schlucken, geht es doch um Umsatz. Der Werdener Werbering will beim Stoff- und Tuchmarkt an diesem Wochenende Waren in einem Zelt anbieten. Somit umgehen die Händler das Verbot. Mehr als ein Statement ist es aber nicht, der Umsatz bricht trotzdem ein.

Alles legal

„Das ist mehr eine kleine Revolution“, sagt Rolf Sachtleben vom Werbering. Denn auch die Werdener Händler werden nur Stoffe und Tuch verkaufen. Somit sind nur die Oberbekleidungsgeschäfte im Verkaufszelt vertreten. „Das wird alles legal sein“, erklärt Sachtleben. Denn Lust auf Strafen hat in Werden niemand. „Die gehen bei 2000 Euro los.“

Um den Protest zu verstärken, verdunkeln die Werdener Händler ihre Schaufenster außerdem mit Packpapier. „Diese Ideen wurden innerhalb von Minuten geboren“, so Sachtleben. Sollte das Verbot der verkaufsoffenen Sonntage noch im Herbst Bestand haben – also zum nächsten Markttermin in Werden – dann habe der Handel mehr Möglichkeiten: „Dann können wir uns gezielt was Legales überlegen.“

Duisburg kippt Verbot

Auch in Borbeck stemmen sich Händler gegen die gerichtliche Bevormundung. Wie die Funke Mediengruppe berichtet, will der Borbecker Einzelhandel zur traditionellen Autoschau vom 26. bis 28. Mai auf einen Markt- statt Ladenverkauf setzen.

Allerdings stehen die Zeichen für den Essener Einzelhandel gut, dass bald auch am Sonntag wieder der Rubel rollt. Auch die Stadt Duisburg war von einem Verbot der verkaufsoffenen Sonntage betroffen. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf aufgehoben. „Damit ist die Stadt Duisburg die erste Stadt in Deutschland, die im Streit um die verkaufsoffenen Sonntage obsiegt hat“, teilten Oberbürgermeister Sören Link und Rechtsdezernentin Daniela Lesmeister mit. Sebastian Ritscher