Loveparade Duisburg: Insgesamt 10 Angeklagte

| Foto: Thomas Rodenbücher

Nach Abschluss der Ermittlungen zur der Loveparade-Katastrophe 2010 erhebt die Staatsanwaltschaft gegen sechs Mitarbeiter der Stadtverwaltung Anklage wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Der ehemalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland wird nicht angeklagt. Bei der Veranstaltungsfirma Lopavent müssen sich vier Mitarbeiter einer Anklage stellen.

Die Genehmigung der Veranstaltung sei nach derzeitigem Ermittlungsstand unzulässig gewesen, die Loveparade hätte so in Duisburg nicht stattfinden dürfen. Das der Leiter der Staatsanwaltschaft Duisburg, Horst Bien, bei der heutigen Pressekonferenz bekannt. Angeklagt sind deshalb der Abteilungsleiter des städtischen Prüfungsamtes, die Leiter des Amtes für Baurecht und Baudezernent Jürgen Dressler. Der ehemalige Oberbürgermeister Saulerland wird nicht angeklagt "Wir mussten strafrechtlich aufklären und haben nicht nach politischer Verantwortung gesucht."

Bei den vier angeklagten Mitarbeitern der Lopavent GmbH handelt es sich um den Gesamtleiter, den Produktionsleiter, den Verantwortlichen für die Sicherheit sowie den technischen Leiter. Geschäftsführer Rainer Schaller findet sich nicht unter den Angeklagten. Er habe laut der Staatsanwaltschaft die Planung, und somit auch die strafrechtliche Verantwortung, an seine Mitarbeiter übertragen und keine Hinweise auf eventuelle Mängel gehabt.

Ebenfalls eingestellt wurden die Ermittlungen gegen den Polizeiführer und den Crowdmanger sowie Ordnungsdezernenten Wolfgang Rabe, da keiner von ihnen Einsicht in die Planung gehabt hätte. Ihr Verhalten sei daher nicht ursächlich für die Katastrophe.

Im Falle einer Verurteilung drohen den Angeklagten maximal fünf Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung.

Einen detaillierten Live-Ticker zur Pressekonferenz gibt es auf derwesten.de.

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