Euromayday Ruhr 2013 am 4. Mai

Euromayday Ruhr 2011 in Dortmund | Foto: Michael Blatt

Positive Utopien auf die Straße bringen

Sich kritisch mit ernsthaften Themen auseinanderzusetzen, ist eine Sache. Sie zudem mit Spaß zu diskutieren und zu kommunizieren die des Euromayday Ruhr. Bunt, kreativ, laut, friedlich und fröhlich soll es zugehen. Dabei gehört es zum Selbstverständnis des Bündnis´, dass es am 1. Mai eben nicht ausreicht, sein Partei- oder Gewerkschaftsfähnchen aus dem Schrank zu holen und  den Rest des Tages am Würstchenstand zu verbringen, um von dort Politikern und Betriebsräten beim Redenschwingen und in die Jahre gekommenen Liedermachern beim Besserer-Welt-Refrains trällern zuzuhören.

Ausgehend von den Ursprüngen des internationalen Euromayday, dessen Kern die Kritik an prekären Lebens- und Beschäftigungsverhältnissen aufgreift, prangert der Ruhr-Ableger seit seiner Premiere 2010 bewusst speziell regionale Missstände an. Angefangen beim erschreckend hohen Armutsanteil bis hin zu einer Kulturförderung nach Exzellenz-Kriterien.

Nach zwei Vorbereitungstreffen im Dortmunder Taranta Babu und dem Bahnhof Langendreer in Bochum steht fest, dass es auch 2013 wieder einen Euromayday Ruhr geben wird. Dass dieser nicht am klassischen Datum, sondern am darauf folgenden Samstag, dem 4. Mai stattfinden wird, hat einen schlüssigen Grund: Für den 1. Mai hat die neu gegründete rechtsextreme Partei „Die Rechte“ in Dortmund eine Demo angemeldet. Die Mehrheit der dem Euromayday nahestehenden Gruppen signalisierte daraufhin bereits im Vorfeld, dass sie an diesem Tag den Fokus auf kreative Gegenmaßnahmen zu legen gedenkt. Da allerdings anderen Themen des Bündnisses absehbar zu kurz kommen würden, wird mit der eigenen Veranstaltung auf den 4. Mai ausgewichen. Konsens: „Wir wollen uns von den scheiß Nazis nicht den Tag diktieren lassen.“

Den Veranstaltungsort des Euromayday Ruhr 2013 und die konkreten Inhalte gilt es in den kommenden Wochen u. a. vom Sozialforum Dortmund, dem Netzwerk X, Occupy Bochum, dem Forum gegen Rassismus an der Uni Dortmund, Labournet und verdi festzulegen bzw. zu erarbeiten. Immer unter der Devise: „Nicht jammern, sondern positive Utopien entwickeln.“