Düsseldorfer drehen 99-Sekunden-Film

Gemeinsam stark: Das Düsseldorfer Filmteam

Wettlauf gegen die Zeit

Wie bringt man möglichst viele Kreative und Filmschaffende zeitgleich maximal unter Druck? Man lotet einen Filmwettbewerb aus, bei dem in 99 Stunden ein 99-Sekunden-Film zu einem vorgegeben Thema gedreht werden soll. Das ist grob zusammengefasst das Konzept der Macher von „99fire films“. Am 25. Januar wurde den geneigten Teilnehmern des zum 5. Mal ausgeschriebenen Wettbewerbs das Motto, zeitgleich auch Werbeslogan des Sponsors, verkündet: „Wir machen’s einfach!“ Zu diesem Motto hätte Effi Briest skandiert: „Lasst ab, es ist ein zu weites Feld!“ Doch Fontanes Warnung zum Trotz reichten ganze 1.621 Teams ihre Filme 99 Stunden später fristgerecht ein.

Nach Mottobekanntgabe begann der Kampf gegen die Uhr – auch für eine Gruppe aus Düsseldorf rund um Denis Seyfarth (Producer, Agenturtexter und Poetry-Slammer) und Maciej Rolbiecki (Kameramann und Producer). Schon vorher hatten die beiden zusammengetrommelt, was das Adressbuch hergab: Tonmänner, Schauspieler, Musiker und sonstige Freiwillige. Warum die beiden sich den Stress angetan haben? „Gemeinsam in so kurzer Zeit etwas Brauchbares auf die Beine zu stellen, ist eine krasse Herausforderung“, erklärt Maciej Rolbiecki die Motivation. „Auch wenn so ein Wochenende nahezu ohne Schlaf natürlich total schlaucht, machen solche Projekte einfach super viel Spaß.“

Am 24. Januar war es dann soweit: das Thema machte die Runde und allgemeines brainstormen war gefragt. Schnell war eine Idee geboren, genauso schnell wurde sie wieder verworfen, umgestellt, realisierbar gemacht und dann zog das gesamte Team an allen Strippen des jeweiligen Netzwerks. Ein Drehort, Schauspieler und Dekorationen, Kostüme und Schminke, Equipment, Zeit und Geduld mussten gefunden werden. Bei fiesesten Temperaturen, Dauerregen und orkanartigen Böen stand der 26. Januar also unter dem Motto: Wir machen’s trotzdem. Und so wurden die Zähne aufeinander gebissen und dem Regen unter Brücken am Rhein und in der „Sternschnuppe“ getrotzt. Was folgte waren schlimme Frisuren, noch hässlichere Devotionalien, wenig Schlaf und soviel Spaß, dass sogar ein getürktes „Making of“ des Düsseldorfer Beitrags „Heroes“ entstand. „Wir hatten ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Leute. Trotz Zeitmangel und Mistwetter waren alle ganz gut drauf“, freut sich Denis Seyfarth über das Ergebnis. Das sieht man auch den Fotos an: https://www.facebook.com/pages/Heroes-Der-Film/340975019351095.

Ab jetzt heißt es aber erst einmal Daumen drücken. Am 7. Februar werden die Top 99 aller eingesandten Videos auf myvideo.de bekannt gegeben. Und, wie könnte es anders sein bei diesem Festival, dann startet ein neuer 99-stündiger Countdown, bei dem jeder entscheiden darf und voten sollte, was das Zeug hält. Der Gewinnerfilm erhält den Publikumspreis.

Derweil vergibt die Jury, unter anderem mit prominenten Perlen wir Kostja Ullmann, Sonja Kirchberger, Ursula Karven, Bettina Zimmermann, Kai Wiesinger und Dorkas Kiefer besetzt, Preise in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Idee“ und „Beste Kamera“. Entschieden wird außerdem, welche 9 Teams zur Verleihung mit über 800 Gästen (wahrscheinlich exakt 999) nach Berlin eingeladen werden. Zu gewinnen gibt es 99-standesgemäße 9.999 Euro. Zusätzlich zum Ruhm, natürlich.

Letztes Jahr gewann den 99-Fire-Films-Award eine Film Crew aus Essen, hier gehts zum Artikel.