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Ein Jahr ist es jetzt her, dass das Djäzz per Ordnungsamtbescheid gezwungen wurde, seine Tür fortan nicht länger als 1 Uhr geöffnet zu haben. Anwohner hatten sich über einen zu hohen Lärmpegel zu später Stunde beschwert. Dass dem Club in der Duisburger Innenstadt durch den Wegfall der erfolgreichen Partynächte bis zu 90 Prozent an Einnahmen verloren gingen, sorgte zwar für zahlreiche Solidaritätsbekundungen samt Demo und „I Love Djäzz“-Kampagne, doch bis heute konnte weder eine einvernehmliche Lösung für alle Beteiligten noch ein Alternativstandort gefunden werden.
So ist das Djäzz mehr denn je vom ehrenamtlichen Engagement abhängig. Daran mangelt es zum Glück nicht, wie Sascha Bertoncin bestätigt: „Es gibt in Duisburg viele Kulturschaffende, die was machen wollen, aber keinen Raum haben.“ Darunter der Verein Mustermensch, der seit einer Weile zahlreiche Konzerte unter dem Djäzz-Dach veranstaltet. Profitorient denkt in diesem Fall kaum einer der Beteiligten. „Das grenzt schon an Selbstausbeutung“, stellt Bertoncin, der sein Zuhause regelmäßig als Schlafstätte für die Künstler zur Verfügung stellt, leicht zähneknirschend fest, sagt aber auch: „Wenn wir von den Bands überzeugt sind, buchen wir sie trotzdem, auch wenn auch mal nur zehn oder 15 Leute kommen.“ Der Programmgestalter und Techniker des Clubs setzt mangels Alternativmöglichkeiten fast ausschließlich auf Live-Musik, was zwar in den jeweiligen Musikszenen gewürdigt wird, aber die finanziellen Einbußen durch den Wegfall der Partys nicht aufzufangen vermag.
Neben den regelmäßigen Jazz- und Blues-Session-Reihen, die jeden Mittwoch stattfinden und allesamt keinen Eintritt kosten, lohnen im Februar gleich mehrere Konzerte zum Vorbeischauen. Am 10. Februar gastieren z. B. fünf Sängerinnen des globalen Soul/Pop-Projekts Venus International in der Börsenstraße. Vom Produzenten DJ Alfa Kay ins Leben gerufen, gehören mittlerweile mehr als 20 Vokalistinnen aus Europa, Asien und den USA dem Ensemble an. Auch das Mustermensch-Team liegt nicht auf der faulen Haut, sondern schickt u. a. am 25.2. die HC-Crust-Punk-Veteranen von Amen 81 zusammen mit Bazooka Zirkus (Selbstbeschreibung: „Schnallt euch an, wir brauchen keine Gurte!“) auf die Djäzz-Bretter.
Der Kellerclub lebt, doch solange sich nichts an der Sperrstundensituation ändert, hängt die Zukunft des Ladens permanent am seidenen Faden.
Michael Blatt
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