Japanische Filmtage: Augen auf!

Deutsche Erstaufführung: The Village Album | Foto: The Village Album Production Committee

In der Black Box in Düsseldorf zieht traditionell im Januar das fernöstliche Kino ein: Vom 12. bis zum 31. Januar finden zum 12. Mal die Japanischen Filmtage statt. Bei freiem Eintritt werden wieder Klassiker und neue Filme aus der Kinolandschaft Japans gezeigt. Alle Filme laufen in Originalversion mit deutschen oder englischen Untertiteln.

Den Startschuss gibt in diesem Jahr „Care“, ein anrührender Film über Demenz und Altern. Der junge Krankenpfleger Kei tut sich schwer, seinen Platz im Berufsleben zu finden. Erst als er die Pflege der 79-jährigen Frau Hoshikawa übernimmt, die an Demenz leidet, findet er seine Berufung. Am 12.1. läuft das kleine Meisterwerk über Menschlichkeit, Freundschaft und Familie. Dazu gibt es, um die Eröffnung des Festivals gebührend zu begehen, als Rahmenprogramm Live-Musik.

Zauberhafter Klassiker
Direkt am folgenden Tag, dem 13. Januar, geht es weiter mit dem vielleicht erfolgreichsten Export der jüngeren japanischen Filmgeschichte: „Chihiros Reise ins Zauberland“. Das mit u.a. einem Oscar als bester Animationsfilm und dem goldenen Bären ausgezeichnete Werk aus dem Jahre 2001 erzählt die Geschichte der 10-jährigen Chihiro, die auf der Reise in die neue Heimat Tokio einen vermeintlich verlassenen Vergnügungspark entdeckt und sich dort verirrt. Um ihre Eltern, die sich auf magische Weise in Schweine verwandelt haben, zu retten, lässt sich das tapfere Mädchen auf einen Deal mit der bösen Hexe Yubaba ein.

Tragikomisches Drama: Care | Foto: CARE Production Comitee

Themenabend

Tradition bei den japanischen Filmtagen haben auch die Themenabende. Am 17.1. liegt der Fokus auf Tokushima, einer Präfektur auf der Insel Shikoku. „The Village Album“ wird in deutscher Erstaufführung gezeigt. Das Dorf Hanatani soll in Kürze wegen eines großen Dammbauprojekts weichen und wird deshalb evakuiert. Der Fotograf Ken‘ichi Takahashi und sein Sohn werden gebeten, ein „Erinnerungsalbum“ der Dorfgemeinschaft zu erstellen, um das Leben dort für die Nachwelt zu konservieren.
Am selben Abend läuft zum Thema „100 Jahre Beethovens 9. in Japan“ ein deutscher Dokumentarfilm. Regisseurin Brigitte Krause erzählt am Beispiel des Gefangenenlagers Bandô die Geschichte deutscher und japanischer Kriegsgefangener im ersten Weltkrieg. In diesem Lager, ebenfalls in der Präfektur Tokushima, schafften es die Gefangenen mit Unterstützung der Lagerleitung, einen regen Kulturaustausch zu initiieren, in dessen Zuge es auch 1918 zur ersten vollständigen Aufführung von Beethovens 9. Symphonie. Begleitend zum Film gibt es einen Einführungsvortrag.  

Zauberhafter Klassiker: Chihiros Reise ins Zauberland | Foto: Studio Ghibli

UNESCO-Weltkulturerbe

Um Japans höchsten Berg, den Fuji-San, geht es am 24.1. Für ihren Film „Ascent“ hat die in Amsterdam lebende Videokünstlerin Fiona Tan eine Collage aus über 4.500 Darstellungen des 3776 m hohen UNESCO-Weltkulturerbes erstellt. Ein Porträt der Besteigung desselbigen ist es geworden, unterlegt mit einer Geschichte, erzählt aus dem Off. Für ein Gespräch über ihr Werk steht die Regisseurin nach der Aufführung bereit.

 „Osaka Hamlet“ aus dem Jahre 2008 läuft am 31. Januar. Die nach einem preisgekrönten Manga erzählte Geschichte begleitet die junge Witwe Fusako, die mit ihren drei Söhnen die Widrigkeiten des Lebens durchmacht: Hiroki, der Jüngste, wäre lieber ein Mädchen, der Mittlere, Yukio, hat sich Shakespeares Hamlet als Vorbild auserkoren, und der Dritte im Bunde, Masashi, der älteste der Drei, verliebt sich in seine Lehrerin. Die Tragikkomödie bildet den Abschluss von „Eyes on Japan“.

Das komplette Programm und alle Infos:

eyesonjapan.de