Was kommt rein? 10 Ideen für das leerstehende Tarm Center in Bochum

Opel ist weg, Nokia auch, Bergbau sowieso – was hat Bochum eigentlich noch? Außer Herbert, Currywurst und Bermudasuffeck? Zum Beispiel einen riesigen Leerstand namens Tarm Center, einst Glanz und Glorie der Bochumer Großdiskothekenszene, heute halt nur noch leergefegter Betonbunker. Wir hätten da 10 Vorschläge für das zum Verkauf stehende Gebäude - und Bochums Kulturszene.

1. Markthalle

Wollte Bochum nicht sowieso seine wenig besuchten Wochenmärkte über Bord stoßen und in einer kecken Markthalle zusammenfassen? Bevor man dafür irgendeinen riesigen Wellblechverschlag irgendwo in der Peripherie aus dem Boden stampft, könnte man doch auch eine wirklich interessante und unerwartete Location nutzen, dem ganzen einen jungen Street-Food-Anstrich verleihen und so national für Aufsehen sorgen. 

2. Schauspiellocation

Dortmund macht es vor – während das Schauspielhaus renoviert wird ist man einfach mal in einen leerstehenden BVB-Megastore gezogen. Da das Bochumer Schauspielhaus auch einiges kann und über Grenzen hinweg bekannt und beachtet ist, wäre es doch nur logisch, mal in so eine coole Außenstelle zu gehen. Vielleicht für ein Stück über Disco, Jugend und Zeitgeist?

3. Szenemagnet

Das Gebäude 9 in Köln als Vorbild zu nehmen, wäre auch nicht verkehrt. Dort wurde ein Gewerbehof in eine Kulturszenerie verwandelt, in der Kino, Partys, Konzerte, Theater, Künstlerateliers, Werkstätten und mehr in beflügelnder Nachbarschaft koexistieren. So ein kultureller, künstlerischer Hot Spot würde Bochum locker zum Szenemagnet im Pott machen.

4. Großraummuseum

Doch nochmal der Blick nach Dortmund – dort hat man einen monumentalen Adidas-Tempel, äh, Fußballmuseum hingehauen. Eine halb so kleine Version solch eines Museums für populäre Themen könnte Bochum doch sicher auch gut gebrauchen. Vielleicht über Autos? Opel zum Beispiel? (Autsch!)

5. Super Star Wars Erlebniswelt

Realistisch gesehen hat die Stadt Bochum vermutlich höchstens 2,50€ übrig, um mal eben nen Ex-Partyklotz zu erwerben. Liquide Sponsoren und Investoren sind also wahrscheinlichere Käufer. Disney zum Beispiel. Die könnten dann darin eine riesige Star Wars Erlebniswelt mit X-Wing-Simulator, Jedi Trainings Schule, Chewbacca-Streicheln usw. hinklotzen. Und den unstillbaren Hunger nach mehr Star Wars besänftigen.

6. Bildungsstätte

Die Uni Bochum kann doch eigentlich nie genug Raum haben – Studentenzahlen steigen ja auch ständig, die Kernuni hat eher wenig Platz für Wachstum auf ihrem Betonplateau und lernen können und sollten wir alle noch so einiges.

7. INdoor-Spielplatz

Riesges Bällebad, Trampolinlandschaft, Lasertag-Arena, Kinderspielplatz, Kletterwände... ach, wasse nich alles da rein hauen könntest, um einen riesigen Indoor-Abenteuer-Fun-Factory-Spielplatz draus zu machen. Natürlich für Kinder, aber (denn das vermissen wir kläglich) auch mit abendlichen Öffnungsstunden mit Bierausschank.

8. Festivalhort

Hat jemand Geld, Zeit und Muße übrig? Dann stürze er oder sie sich bitte auf ein Konzept für ein Boutique-Festival im Ex-Partybunker, so mit Indie-, Singer/Songwriter- und Elektroacts, die auf verschiedenen Bühnen in diversen Räumen spielen. Liebevolle Deko überall hingehangen und adäquate Jutebeutel produzieren und fertig ist der hotte Szeneshit! 

9. Musikalische Nachwuchsförderung

Oder wir sagen einfach: Eis drauf! Idealistisch gesehen wollen wir viel lieber eine Proberaumlandschaft für Nachwuchsbands mit großem Konzertvenue, in denen Newcomer-Festivals, Ersti-Konzerte oder Blockflötenvorspiele stattfinden können. Irgendwo muss ja die neue Generation von Musikern geboren werden, und da das Musikzentrum ja weißgottwann eröffnet, wäre so eine organische Geburtsstätte doch eine mehr als nette Idee.

10. Freiflughalle für coolibris

Wie wäre das – ein Ort, an dem kulturelle Akteure sich ausleben und ausprobieren können, in Schaffensstätten, Co-Working-Spaces, Ateliers, vernetzten und interdisziplinären Kulturküchen, Laboren für neues Denken, Freiflughallen für coolibris? Hey – sagt ihr jetzt und meint: Das ist doch das gleiche wie Punkt 3. Wir sagen: Ja hey, stimmt! So ernst meinen wir das mit diesem Punkt. Denn Kultur wächst nicht auf sterilem Boden ohne Nährstoffe, sondern in kreativen Umgebungen, in denen frisch und frei denkende Köpfe sich die Hände reichen und gemeinsam (er)schaffen. Bochum, das wäre doch mal eine nette Chance um von der Systemparty zum barfüßigen Freestyle-Tanz zu kommen.  

Ehrenvolle Erwähnungen

Jurassic Park, Kassierer-Proberaum, Depot für die Seilbahn, HipHop-Akademie für 8-11 Studenten, Lager für alte Tageszeitungen, (noch) ein Kino, W-Lan-Wonderland, Indoor-Ranch für heimatlose Tiere mit Seelsorgebedarf