Verhandlungen abgeschlossen – Das Semesterticket wird teurer

Im Tarifgebiet des VRR gibt es Streit um's Semesterticket

„Die Verhandlungen sind bereits abgeschlossen,“ stellt Sabine Tkatzik, Sprecherin des VRR, klar. Der Vertrag, der den Studierendenvertretern der Unis derzeit vorliegt, sei von der Politik bereits abgesegnet. Er könne nun entweder angenommen oder zur Urabstimmung an die Studierenden weitergegeben werden – die entschieden sich nun für das teurere Modell.

Wie viel teurer wird’s?

Streitpunkt war eine außerordentliche Erhöhung des monatlichen Beitrages um 3,80 €. Diese Erhöhung soll über insgesamt fünf Semester gestaffelt passieren. Ab dem Sommersemester zahlen Studierende für das Semesterticket mit Gültigkeit im gesamten VRR-Gebiet 19,06 € pro Monat, im Wintersemester 2015/16 wären 21,06 € fällig und bis zum Sommer 2017 dann 22,86 €. Zusätzlich zu dieser außerordentlichen Erhöhung behält sich der VRR jährliche Preisanpassungen zwischen 2 % und 4 % vor. Diese seien auch schon beim alten Vertrag mit den Universitäten üblich gewesen sowie bei anderen Tickets, so Frau Tkatzik.

Warum wird es teurer?

Begründet wird die außerordentliche Erhöhung des Tickets mit einer enormen Preisschere im Vergleich zu anderen VRR-Tickets. Die seien in den letzten Jahren regelmäßig von solchen Erhöhungen betroffen gewesen. So wurde das Young-Ticket für Auszubildende beispielsweise 2010 2,28 € teurer und 2014 4,33 € teurer. Das Young-Ticket mit Gültigkeit im gesamten VRR-Gebiet kostet derzeit 93,30 € im Monat. Von der Politik wurde nun gefordert, dass eine solche Erhöhung auch mal das Studiticket treffen müsse.

Die Studierendenvertreter der Unis in Bochum, Dortmund und Essen haben dafür kein Verständnis. Sie heben hervor, dass Studierende im Gegensatz zu Auszubildenden kein Gehalt bekommen. Darüber hinaus ist das Modell des Semestertickets ein völlig anderes. Denn hier wird jeder Studierende gezwungen, das Ticket mit dem Semesterbeitrag zu kaufen, egal, ob es genutzt wird oder nicht. Der günstige Preis wird durch diesen solidarischen Kauf gewährleistet. Der VRR bekommt damit derzeit eine fest einplanbare Summe von ca. 4 Millionen Euro im Monat. Bei den Vertragsverhandlungen im vergangenen Sommer lehnten die Studierendenvertreter eine Preiserhöhung deshalb ab. Zu Leistungseinschränkungen, beispielsweise im Geltungsbereich oder durch den Wegfall der Mitnahmeregelung von Personen oder Fahrrädern, waren sie jedoch auch nicht bereit.

Rückblick

Der VRR hofft nach eigener Aussage, dass die Studierendenvertreter – oder nach einer Urabstimmung die Studierenden – den neuen Verträgen zustimmen. Das „Erfolgsmodell Semesterticket“ soll beibehalten werden, heißt es in einer Stellungnahme. 14 kleinere Hochschulen haben dem Vertrag bereits zugestimmt, die EFH Bochum lehnte ihn in einer Urabstimmung ab. Sollten sich noch mehr Unis gegen das Ticket entscheiden, glaubt Sabine Tkatzik jedoch nicht, dass durch den Wegfall dieser Beiträge eine große Lücke entstünde. „Wir haben es in NRW mit klassischen Pendlerunis zu tun, viele Studierende müssten sich entsprechend ein Ticket zum Normaltarif kaufen.“ Die günstigste Alternative wäre dann das Young-Ticket, dass monatlich, je nach Strecke, zwischen 45,60 € und 136,02 € kostet. Die Planungssicherheit würde für den VRR dann wegfallen, denn verlässliche Zahlen dazu, wie viele Studierende das Semesterticket wirklich nutzen, gibt es nicht. Für die Studierenden, die darauf angewiesen sind, würde es aber erheblich teurer, und mit der freien Fahrt in ganz NRW wäre es für die meisten vermutlich ganz aus.

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