Finest + Finger Food: Favoriten von der Fachfrau

| Andreas Fischer

Als diplomierte Ingenieurin und Architektin muss man was erschaffen, ganz klar. Im Falle von Mehves Bursali geschieht das aber nicht an Reißbrett und PC, sondern in der Küche.
Während ihres Studiums in den 90er-Jahren hat Mehves Bursali in der Gastronomie gejobbt. Aber: "Ich habe nie einen Gedanken daran verloren, später mal zu kochen." Eine Anfrage für ein Buffet sollte alles ändern. Die Begeisterung der Gäste war groß, eine alte Waschküche bald zur Profiküche umgebaut, und vier weitere Jahre hieß es nun: Catering hausgemacht. "Danach habe ich noch zwei Jahre bei Incontro gearbeitet und dann mein erstes Restaurant eröffnet." Das Finest + Finger Food, kurz fff, an der alten Huppertsbergfabrik war schnell ein Tipp in Sachen Crossover, Catering und Gastro-Events. Mehves Bursalis "private Kochlehre" bei ihrer Mutter, weitere Erfahrungen u. a. in der italienischen Küche sowie eine Offenheit für andere Kulturen machen die besondere fff-Crossover-Küche aus.
"Große Imperien haben große Küchen hervorgebracht", leitet die gebürtige Türkin die Philosophie ihres Hauses ein, und ergänzt: "Der fruchtbare Boden und die Tüchtigkeit der Bauern des türkischen Reiches, verbunden mit der Begeisterung und dem Können seiner Köche, haben feine Gerichte entstehen lassen, die die türkische Küche zu einem der herausragendsten Beispiele für kulinarische Kunst in der Welt gemacht hat." Diese kulinarische Kunst ergänzt sie um thailändische, mediterrane und deutsche Komponenten. Gestützt ist das Ganze auf einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik - weswegen sie z. B. auch ihre neue Location am Schwarzen Weg (im Gebäude der BG Bau) umbauen lässt. Zelebriert wird hier wieder mit Unterstützung von Koch Kai ("Ein Glücksgriff!") und einem Servive-Team Wohlklingendes wie Gambas in Weißwein-Koriander oder Gulasch mit Weizengrützereis.
Mehves Bursali, die auch gerne "zu den Speisen was erzählt", weiß, dass es letztlich auf die Kombination ankommt und oftmals nur eine bestimmte Zutat ausschlaggebend ist. Da schwört sie natürlich auf Kräuter und Gewürze. Möhreneintopf mit Estragon. Selleriepüree mit getrockneten Tomaten und Rosmarin. Topinambursuppe mit Chips und einem Spritzer Olivenöl. "Die Kreationen müssen nicht kompliziert sein", sagt sie. "Einfache Zutaten können einen Aha-Effekt auslösen. Das will ich schaffen!"
Jörg Degenkolb

fffood.de

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