
Hol dir die aktuelle Juni-Ausgabe an einer unserer über 3 000 Auslegestellen im Rhein-Ruhrgebiet.
E-Mobility ist schwer im Kommen. Experten der Bundesregierung rechnen mit einem Zuwachs von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 – 250 000 davon allein in NRW. Die Technologie verfügt über einige große Vorteile gegenüber klassischen Verbrennungsmotoren, elektrisch angetriebene Fahrzeuge schonen Mensch und Umwelt, weil sie weder Schadstoffe ausstoßen noch Lärm verursachen. Außerdem sind sie in der Energieumwandlung wesentlich effizienter, wie Reinhard Wiesemann vom Essener Unperfekthaus weiß: „Der Wirkungsgrad von Elektromotoren, von der Primärenergie aus dem Kraftwerk bis zur Energie, die für die Fortbewegung eingesetzt werden kann, liegt bei 50 bis 60 Prozent. Verbrennungsmotoren kommen hingegen nur auf etwa 30 bis 40 % Wirkungsgrad.“
Der studierte Elektrotechniker setzt sich derzeit dafür ein, die nördliche Essener Innenstadt zu Deutschlands erster „E-Mobility-Zone“ mit Cafès, Ladestationen und einschlägigem Einzelhandel zu machen. Neben den offensichtlichen Vorteilen kann die Elektromobilität auch helfen, erneuerbare Energien flächendeckend zu etablieren, wie Wiesemann erklärt: „Energie aus Quellen wie Sonnenkollektoren oder Windrädern fällt selten so an, wie man sie braucht. Dafür ist E-Mobility mittelfristig eine gute Lösung, denn die Ladestationen funktionieren bidirektional: Sie laden nicht nur die Elektromobile, sondern sie speichern auch Energie. Dadurch besteht die Möglichkeit, alle Elektromobile Deutschlands, wenn sie flächendeckend verbreitet sind, als dezentralen Zwischenspeicher für Strom zu verwenden.“
Mit seinem Vorstoß in Richtung E-Mobility liegt Wiesemann ganz im Trend, denn auch die Bundesregierung verfolgt derzeit das Ziel, NRW zur Vorreiter-Region in Sachen Elektromobilität zu machen. Das Land wurde 2010 zu einer von acht Modellregionen, in denen die Technologie und die Infrastruktur für E-Mobility gefördert und das öffentliche Interesse auf das Thema gelenkt werden soll. So sollen in der gesamten Region Rhein-Ruhr mit dem Projekt „E-Mobil NRW“ flächendeckend Ladestationen eingerichtet werden und Elektrofahrzeuge für den privaten und gewerblichen Gebrauch zum Einsatz gebracht werden. Insgesamt werden 110 Pkw und 30 Nutzfahrzeuge sowie ca. 50 Zweiräder eingesetzt und 23 Hybridbusse für den ÖPNV bereitgestellt. Darüber hinaus sollen Car-Sharing-Modelle und neue Mobilitätskonzepte entwickelt, erprobt und erforscht werden.
In Essen arbeiten Reinhard Wiesemann und seine Mitstreiter beständig daran, das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu rücken. So ist während des Stadtfestes Essen Original am 18. September ein großer Sonntags-Brunch für E-Mobilisten und Interessierte auf der Viehofer Straße rund ums Unperfekthaus geplant. In einem Loungebereich in der Fußgängerzone sollen Enthusiasten zusammentreffen, fachsimpeln und ihre Erfahrungen mit dem EMobil austauschen. Das eine oder andere Gefährt gibt es dabei sicher auch zu bewundern, Essen darf mitgebracht werden, und Kaffee gibt es umsonst.
In Düsseldorf bieten die Stadtwerke derzeit die Möglichkeit an, Elektroautos für einige Tage oder gleich für einen Monat zu testen. Die Testnutzerinnen und -nutzer werden dabei durch das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH zu ihren Erfahrungen, Einstellungen und Einschätzungen befragt. Die Daten werden anschließend vertraulich und nach den datenschutzrechtlichen Vorgaben behandelt und im Rahmen des Projektes „E-mobil NRW“ ausgewertet, um weitere Erkenntnisse über die gesellschaftliche Akzeptanz von Elektromobilität zu gewinnen. Nähere Infos zu dem Angebot finden sich im Netz.
Alltagstaugliche Elektroautos wie z. B. der Opel Ampera sind derzeit schwer in der Debatte – bei Verbrauchern ebenso wie bei den entsprechenden Unternehmen. Mit dem Ziel, den Standort NRW im Bereich Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen zu stärken, ging unlängst die landesweite und bis Ende 2012 angelegte Studie „eVchain.NRW“ an den Start. Partner des Forschungsprojekts ist u. a. die Wirtschaftsförderung Wuppertal, da – so die dortige Projektverantwortliche Necla Gündüz – der Standort über „eine hohe Dichte an Automobilzulieferern“ verfügt und die Studie eine „enge Kommunikation mit den Unternehmen“ erfordert.
KaVau
Kommentar hinzufügen
* Pflichtfeld