Butan-Betreiber Tobias Wicht: Im Kühlschrank brennt noch Licht

Erstmals in Deutschland nimmt ein Projekt den Energieverbrauch und die Klimaauswirkungen von Clubs, Diskotheken und Musikevents ins Visier. Auf Initiative der bundesweiten Green Music Initiative (GMI) und der EnergieAgentur.NRW wollen sechs Clubs aus Nordrhein-Westfalen ihren Energieverbrauch und CO2-Ausstoß gezielt senken und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mit dabei: der Club Butan in Wuppertal. coolibri sprach mit dem Betreiber Tobias Wicht.

 

coolibri: Wie ist die Teilnahme am Green Club Index zustande gekommen?

Tobias Wicht: Ich wurde von der Agentur Thema1 über das Projekt informiert und dachte mir: Tolle Sache! Da bin ich mit dabei.

Warum beteiligst du dich?

Geschäftlich aus rein egoistischen Gründen. Da Energien einzusparen ohne dabei etwas an der hohen Qualität unserer Events einzubüßen sich natürlich positiv auf die Gewinne meines Betriebes auswirkt, muss ich kein ‚Öko’ sein, um dieses Projekt toll zu finden. Und genau aus diesem Grund wird dieses Projekt viele Nachahmer finden.

Privat denke ich, dass dieses Projekt eine sehr sinnvolle Sache ist – wie man sieht, differenziere ich aber da, weil ich auch meinem Betrieb und meinen Mitarbeitern gegenüber eine Verantwortung habe. Doch wenn etwas geschäftlich und zugleich ideologisch gut ist, sollte niemand zögern, eine positive Antwort auf eine solche Kooperationseinladung zu senden.

Wie hoch war der Energieverbrauch pro Besucher bzw. wo lag der Butan bei den ermittelten Energieverbräuchen zwischen 47 000 und 180 000 KWh Strom pro Jahr?

Wir verbrauchen ca. 55 000 KWh bei 75 000 Besuchern.

Mit wie viel Einsparmöglichkeiten rechnest du?

Ohne große Investitionen ca. 15%. Sollte ich jedoch schneller an günstige LED-Scanner kommen, toppen wir das.

Was bedeutet ein neuer, anderer Umgang mit dem Energieverbrauch für den Club-Alltag?

Im Butan wird bereits seit langer Zeit bewusst mit Energien umgegangen. Jedoch haben wir durch die Vernetzung mit anderen Betrieben/Beratungen natürlich nun auch einiges dazugelernt und lernen noch … Ein kleines Beispiel: Die Kühlung eines großen Kühlschrankes im Club verbraucht viel weniger Energie, wenn die Lamellen im Gehäuse der Kühlung regelmäßig von Staub befreit werden. Allein damit spare ich geschätzte 10% der Kühlungsstromverbräuche – und das kostet mich nur vier mal 30 Minuten an Mehrarbeit pro Jahr.

JD