New Düsseldorf Pop: Wir machen Musik

Vom Trauma der verloren gegangenen Musikmesse Popkomm hat sich Düsseldorf auch rund zwanzig Jahre nach deren 1989er Debüt im zakk offenbar noch nicht erholt. Zu schön ist aber auch die Erinnerung an den Moment, als unsere Stadt sich kurz zum Nabel des Pop- und Alternative-Biz zu erheben schien. Nun reanimiert das soziokulturelle Zentrum an der Fichtenstraße den Ursprung des Gedankens mit „New Düsseldorf Pop“.

Miguel Passarge, der als Programmplaner schon Tocotronic, Calexico oder Maximo Park ins zakk holte, investiert eine Prämie, die er für erfolgreiche Nachwuchsförderung gewann, in den Event. Die Laudatio zur Geldübergabe hielt übrigens Popkomm-Miterfinder Dieter Gorny. Passarge: „Der Gedanke, eine neue Messe zu machen, ist schon seit vielen Jahren da. Jetzt geben wir dieses Geld an die Szene zurück.“ Mit „New Düsseldorf Pop“ fegt man zwar exklusiv regionale Anbieter zusammen, aber es geht ebenso wie bei der Mutter aller inländischen Musikmessen um Unterstützung und Vernetzung. Denn längst reicht nicht mehr allein ein guter Song, Logistik oder Marketing wollen ebenfalls gelernt sein. Wo kann ich Bühnentechnik mieten? Wie finde ich passende Locations? Wer hilft bei Rechtsfragen?

Auch Red Desert, die Band des Brancheninsiders Passarge, hat noch keinen Plattenvertrag. Im Sommer wird die erste LP veröffentlicht, dann ein Label gesucht. Er dürfte also wissen, wo in diesem Geschäft Hilfe von Nöten ist. So stellen sich Booker, Labelmacher, Plattendealer sowie Medien- und Marketingprofis dar und stehen zum Gedankenaustausch bereit. Rund 70 potenzielle Düsseldorfer Aussteller, darunter JKP oder Ata Tak, wurden angefragt. Drummers Institute, Globalklang e. V. oder My Delight Records und einige andere hatten bei Redaktionsschluss bereits zugesagt. Parallel zur Messe gehen über 15 Bands auf die Bühne. Das ist auch für Nicht-Fachleute interessant. „Jeder kann kommen“, sagt Passarge, „wir lassen selbst Lady Gaga im Fleischkostüm rein.“

RM

new-duesseldorf-pop.com