Jade: Ins Haus geflattert

Hat sich jemals jemand die Mühe vergleichender Speisekartenwissenschaften chinesischer Imbisshäuser gemacht? Ist die H5 überall die H5? Kommt irgendwo nach einer V6 noch eine 7? Gefühlt gibt es jedenfalls seit den 80er-Jahren exakt eine einzige allgemeingültige Karte. Da wird man dann schon aufmerksam, wenn es hinter dem Reisnudelhorizont weitergeht und man Namen wie Gung Pad Gra Prau oder Gaeng Phed Ped vorfindet, sogar mit der deutschen Erläuterung. Thai-Spezialitäten, lautet da das Geheimnis des Jade-Imbiss an der Wuppertaler Hochstraße. Über Hühnerschweineentenrind hinaus gibt es hier zahlreiche Thai-Gerichte, mit Fischsoße gewürzt und – scharf.

Weswegen wir in der Mittagspause (man muss ja noch viel telefonieren) doch tatsächlich auf die E11 und V6 zurückgriffen. Man wächst ja viel zu selten über sich hinaus. Das Bestellte war dennoch eine Spur delikater als üblich. Die Ente kam mit Gemüse und einer würzigen süß-sauren Currysauce, und zum gebratenen Tofu gab es chinesische Kohlrabi, Knoblauch, Babymais und Gemüse in schwarzer Bohnensauce. Irgendwie anders – und richtig gut.

JD

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