
Hol dir die aktuelle Juni-Ausgabe an einer unserer über 3 000 Auslegestellen im Rhein-Ruhrgebiet.

„Dein Kleid ist billiger als die Vorspeise“, spricht der Begleiter in den mit dunklen Holzmöbeln bestückten Raum. Eine Aussage, die aber rein gar nichts mit dem wirklich vorzüglichen Preis-Leistungs-Verhältnis der probierten Vorspeise zu tun hat, schließlich fand der Begleiter das Grillgemüse mit Ziegenkäse (11,–) bei weitem geschmackvoller als das just erworbene spottbillige 80er-Jahre-Textil. Das Gemüse also schmeckt vorzüglich und das Bier kommt als Kronenbourg 1664 genau so französisch daher wie die gesamte Ausrichtung der Electric Brasserie.
Entrecôte, Wolfsbarsch mit Zucchini-Spaghetti in Vanilleöl (16,–) oder Kabeljau mit Tomaten Concasse (17,–) gibt es seit April in den ehemaligen Räumen des Mare im Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk. Unsere Reservierung erweist sich als klug, denn an einem Samstagabend sind alle Tische besetzt. Das mag den Düsseldorfer kaum verwundern, da der Besitzer Christian Först bereits als Chefkoch in Gastronomie-Institutionen wie dem Schiffchen oder dem Schlosshotel Lerbach in den Töpfen rührte. Trotz dieser spitzengastronomischen Referenzen sind Atmosphäre des Lokals, Service wie auch Gäste erfreulich entspannt. Alle Gerichte werden vorm Servieren offensichtlich für die Gäste an einer der Küche ausgelagerten Theke veredelt, was nett anzuschauen ist. Viele Vorspeisen wie Hauptgerichte gehen auch für Low Carb-Aktivisten in Ordnung, Menschen mit Freude an Kohlenhydraten wird aber gerne und reichlich Brot in Begleitung von leckerer Salzbutter, Schmalz und Gürkchen (nach)gereicht.
Als abschließende Weisheit fürs Poesiealbum gilt: Kluges Einkaufen von Sommergarderobe macht Sinn, denn dank fairer Preise kann man sich einen Besuch der elektrischen Gaststube einmal mehr erlauben, was – wenn man auf die eben erwähnte hochkalorische Backware verzichtet – nicht nur die Geldbörse, sondern ebenso die Figur schont.
Katja Früh
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