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Im April vor neun Jahren wurde eine Ecke in der Elberfelder City wiederbelebt, wo man vorher höchstens mal entlanglief, wenn’s schnell gehen musste. Bis ein kleines Krawattengeschäft der Espressobar Milia’s wich.
„Lieber einen Laden richtig machen als mehrere schlecht.“ Imke Fleischhauer und Salvatore Spinosa sind sich da absolut einig. Die Inhaber des Milia’s hätten in den vergangenen Jahren expandieren können, ihre Espressobar platzte nicht selten aus allen Nähten. Stattdessen vergrößerten sie nach und nach die Räumlichkeiten und auch die Terrasse – und konnten so Milia’s unverkennbares und freundliches Gesicht bewahren. Kaffeespezialitäten kann Salvatore Spinosa indes nichts abgewinnen; er ist durch und durch Espressotrinker. Und seine Geschäftspartnerin? „Ich trinke Tee“, lacht diese.
Macchiato Irgendwas kommt also beiden nicht in die Tasse, sie laben sich lieber an der festen Milia’s-Kost. Die Brote kommen hier vom ersten Tag an von Ökobäcker Bär aus Velbert – handgemachte Muffins, Brownies und Croissants sowie die Pan-Varianten sind einmalig in der Stadt. „Auf den Punkt getoastet, mit verlaufenem Manchego-Käse, ist das ‚Andalusa’ einfach köstlich“, schwärmt Imke Fleischhauer, die Mitte der 90er Jahre auch einen Imbisswagen in Andalusien betrieb. „Wir haben in Andalusien den Döner-Spieß etabliert“, schmunzelt sie.
Salvatore Spinosa schwört auf das Pan Diavolo mit scharfer Chorizo, Manchego „und ein bisschen Joghurt, damit es milder ist“, erklärt er. Die spanischen Spezialitäten bezieht das Milia’s von einem Düsseldorfer Händler, der Kaffee kommt als Spezialmischung aus Italien, den entkoffeinierten Kaffee bekommen sie als Bohne von der GEPA. Japanische Tees sind aktuell der Renner, und die vielen verschiedenen beliebten Macchiatos bergen auch ein Geheimnis: „Wir benutzen nicht einfach nur Sirup, sondern auch eigene Soßen, die den besonderen Geschmack ausmachen.“
Inspiration finden die Milia’s-Macher auf Messen und in Metropolen, und immer wieder probieren sie Neues einfach aus; so setzten sie in Wuppertal ganz klar einen Trend, als sie Soja- und laktosefreie Milch ins Programm nahmen. Und bis zur großen 10-Jahre-Party im April 2012 wird das Milia’s bestimmt noch viele Überraschungen offenbaren.
Jörg Degenkolb
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