Slackline - Vom Walk zum Trick

| DoSlackline, Dolezych

Guck mal! Da läuft einer auf einem Band. Das kann ich auch!“ Mitten im Park turnt ein Kerl zwischen zwei Bäumen auf einer Slackline. Ein junger Sport – nicht für Schwindelige.

Slackline (lockeres Band) kam ungefähr 1980 aus der Kletterszene, doch über die „wahre“ Entstehungsgeschichte ranken sich viele Mythen. Ob es dem Seiltanz (Zirkus) oder dem Absperrketten-Balancieren entsprungen ist, bleibt unklar und spielt auch keine Rolle.

Ist auch egal, es macht jedenfalls ungeheuren Spaß und erlebt seit 2006 einen Boom, weil immer mehr Leute mit einem Slackline-Set sich in den Parks auf die Line schwingen. Die Line selbst ist ein elastisches flaches Band, dessen Breite zwischen 25 und 50 mm variiert und in einem Set mit Spannsystemen ab 65 Euro aufwärts erhältlich ist. Im Vergleich zu anderen Trendsports wie zum Beispiel dem Skateboarding also recht günstig. Doch genauso schwierig, denn die Line schwingt und schlackert zu allen Seiten, sodass die Frustrationstoleranz blutiger, „koordinationsarmer“ Anfänger ungemein beansprucht wird. Nach gefühlten 100 Anläufen (etwa drei Stunden) ist die 8 Meter Line endlich locker flockig überlaufen. Doch wo wäre die Herausforderung, wenn es nur darum ginge, übers Band zu spazieren? Die Variation der Starts, Walks und Tricks wie T-Dog, Titipasana, Dane und Backflip, um nur wenige zu nennen, sind akrobatische Meisterleistungen, die aus Sprüngen, Salti, Spagaten und ähnlichem bestehen.

Wer sich schnell langweilt, kann es auch mit einer „Longline“ (120 m Weltrekord) oder der Extremvariante „Highline“ in bis zu mehreren hundert Metern Höhe balancieren oder es einfach mal über Wasser versuchen.

Überall, wo sich zwei Fixpunkte befinden, lässt es sich slacken. Da aber Bäume in Parks die beliebtesten Treffs sind, gilt es Folgendes zu bedenken: Es entstehen enorme Kräfte (bis zu 800 kg), die auf die Bäume drücken und sie sichtbar und dauerhaft beschädigen. In Amtssprache heißt das „Sachbeschädigung“. Genau deshalb gibt es schon Slackline-Verbote in diversen öffentlichen Parks. Um solche Schäden und Verboten zu vermeiden, sollte unbedingt ein „Baumschutz“ (Teppichreste, Schaumstoff etc.) verwendet werden. Solange die Bäume nicht zu jung sind, sondern groß und unempfindlich und mit ausreichend Schutz versehen sind, wird Slacklining größtenteils geduldet.

Luisa Vau

Kommentare

  1. von Matwtal 01.05.11 (19:48 Uhr)

    Nach 3 Stunden sind 8 Meter locker flockig überlaufen?! Interessant, aber unglaubwürdig.

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