Cosima Bonin: Cut! Cut! Cut!

| Cosima von Bonin, Missy Misdemeanour, 2010 (Courtesy Galerie Daniel Buchholz, Cologne/Berlin)

Der Stoff, aus dem von Bonins Träume sind

Über Haltepunkte in vier europäischen Städten entwickelte sich Cosima von Bonins Ausstellungserie „Cut! Cut! Cut!“. Nach Rotterdam, Bristol und Genf landete die 1962 in Mombasa geborene Künstlerin nun mit „Loop # 4 of the Lazy Susan Series“ zum Finale in ihrer Wahlheimat Köln.

Für jede Station wurde eine spezielle Konzeption erarbeitet. So entstand für den Oberlichtsaal im Museum Ludwig eine Arbeit zwischen Kunstwerk und Ausstellungsarchitektur. Sechs überdimensionale Tische funktionieren als Präsentationsebenen, bei denen es mal auf, mal unter der Ablage zur Sache geht. Unter den rund fünfzig Exponaten finden sich ein vom Lügen langnasiger Schiedsrichter-Pinocchio ebenso wie die von lieblichen Laura-Ashley-Mustern verzierten schaumstoffhaltigen „Soft Fences“. Und ein appetitlich in Form von Velours-Flocken kotzendes Baumwoll-Küken, hier auf einer Polyester-Bombe reitend. Auf poppigen Stoffen räkeln sich Kraken, an anderer Stelle linsen aus mohairhaltigen Schalen Jakobsmuscheln dem Museumsgast entgegen. Es sind schräge, teils behäbige Wesen und Objekte, die von Bonins mit liebenswerter und humorvoller Ironie erfüllte Welt bevölkern. Die medienscheue Künstlerin zitiert die Pop- und Subkultur, schwelgt gerne in üppig-flauschigen Überdimensionen und bunten Materialien. Doch auch die Einbindung von Kollegen liegt ihr am Herzen. So lud sie zur Kölner Ausstellung Künstler unterschiedlichster Bereiche zur Teilnahme ein. Am 25.11. kommt Andreas Dorau auf die Bühne. Seine skurrilen Performances dürften sich perfekt ins gebotene Gesamtbild fügen.

Regina Matthes

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