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Auf der Suche nach geeigneten Immobilien ist das Kreativprojekt Clownfisch im alten Mirker Bahnhof fündig geworden. Phasenweise wird hier nun Utopiastadt entstehen.
Oft wird ein Mangel an Visionären und Möglichmachern beklagt; mit Utopia entsteht nun allerdings eine Stadt in der Stadt – Wuppertal. „Wir sind jetzt für zwei Jahre in einer Qualifizierungsphase“, erläutert Christian Hampe von Clownfisch. „Das Ganze ist als Moratorium zu verstehen.“ In dieser Zeit wird ein konkreter Phasenplan abgearbeitet, um die Bahnhofs-Eigentümerin, die Stadtsparkasse Wuppertal, zu überzeugen, dass hier Visionäre am Werk sind. So machen schon die Begrifflichkeiten deutlich, dass man im Hier und Jetzt agiert, den Kopf aber immer weit im Morgen hat: Forschungslabor, Kreativwirtschaft, Co-Working-Space. „Utopiastadt wird ein Zentrum, in dem Kreative aus Design, Kunst und Kultur einerseits in einen inhaltlichen Diskurs zum Thema Utopia einsteigen und andererseits ein Ort, an dem konkrete Utopien erprobt werden können. Es ist ein Ort, an dem um die Ecke gedacht werden kann. Es ist die Verortung eines Netzwerkes kreativer Köpfe, die sich im Kollektiv Fragen, Aufgaben und Herausforderungen stellen.“
Der ganz zentrale Clownfisch-Ursprungsgedanke also nun verortet, auf über 2 000 Quadratmetern, an denen sich der eine oder andere Vorgänger schon die Zähne ausgebissen hat. Christian Hampe ist zuversichtlich: „Ein Teilbereich ist bereits vermietet. Wenn die Sanierung fortgeschritten ist, wird man weitere Mieter finden.“ In fünf Jahren sieht er für Utopiastadt Werkstätten, Produktentwicklung, offene Co-Working- und Forschungs-Areas. Die direkte Anbindung an die ebenfalls entstehende Nordbahntrasse wird die Infrastruktur optimieren, eine in Planung befindliche Gastronomie im Haus dient dann als (Außen)Kommunikationsplattform. Aber Clownfisch wäre kein Kunst- und Kultur-Netzwerk, wenn es die Künste nicht auch in die eigenen Räume integrieren würde. Einer der ersten Mieter ist daher auch der Künstler Gregor Eisenmann. Der veranstaltet hier im Dezember „24 Stunden Kunst begegnen in Utopiastadt“. Immer öfter werden jetzt Menschen in die Mirkerstraße 48 pilgern – und Teil der Umsetzung einer Vision werden.
Jörg Degenkolb
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