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Das charmante Café-Bistro im schönsten Hinterhof der Düsseldorfer Nordstraße existierte schon lange, bevor es Mode wurde, Gastronomiebetriebe im Shabby Chic einzurichten. Damals hieß es noch „Brocanterie“ in Anlehnung an den benachbarten Antikmöbelladen, von dem das Interieur stammt, der aber leider nicht mehr existiert. Und aus jener Zeit kennt man auch noch die heutige Inhaberin Karin Tiggelkamp, die die deutsch-französische Freundschaft konsequent weiterführt.
Wochentags gibt es ein paar kleine Frühstücksofferten (samstags einige mehr) und ab 12 Uhr wechselnden Mittagstisch – überwiegend fleischlos, inspiriert von der französischen Küche und stets frisch zubereitet. Feste Posten auf der kleinen Karte sind Croque Monsieur, überbackener Schafskäse und gratinierter Ziegenkäse auf Salat mit Quittengelee; dazu gesellen sich saisonale Süppchen wie die wunderbar samtige Kürbissuppe mit Orangen-Gremolata oder eine herzhafte Lauch-Käse-Suppe, beide intensiv gewürzt, aromatisch und mit frischen Kräutern angereichert (kleine Portion 3,50, große 6,50 Euro). Zur üppigen Veggie-Käse-Quiche vom Blech gibt es Salat mit geraspeltem Gemüse plus Sonnenblumen-, Kürbis- und Pinienkernen; schlotziger lauwarmer Kartoffelsalat wird begleitet von fruchtig gedresster Rapunzel, Räucherlachs und rotem Pfeffer (je 8,50 Euro).
Gerne genehmigt man sich dazu ein Gläschen Wein und hinterher einen Espresso, bevor man la petite France verlässt und den Fuß wieder auf die trubelige Nordstraße setzt. Bis dahin sind es genau 44 Schritte.
Berit Kriegs
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