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Wir müssen mal kurz aus dem Nähkästchen plaudern. Immer wenn uns diese Nachricht erreicht, geht ein erleichtertes Raunen durch die Redaktionsräume: Kinners, dat Rosi is‘ zurück! Ein paar Jährchen älter, aber keinen Meter leiser redet die raubeinige Ruhrpottperle endlich wieder Klartext. Kein Wunder. Wer im 14. Stock einer Mietskaserne haust, in der der Aufzug nur bis zur zehnten Etage geht, der weiß, wie das Leben einen hin und wieder mit dem Arsch angrinst. Sabine Wiegands Kunstfigur, die sie erstmals im Rahmen der legendären Stunksitzungen gespielt hat, ist zu Recht Kult geworden.
Mit lebensweiser Einfalt lässt die 40-Jährige dat Rosi weltpolitische Zusammenhänge auf das Wesentliche herunterbrechen – und stiftet damit wahrhaftige Erkenntnisse. Aber nicht nur am großen Ganzen, auch an ihrem persönlichen Glück im Kleinen lässt dat Rosi uns teilhaben. Beispielsweise, wenn sie erzählt, wie sie die Hüpfburg für den Kindergeburtstag in ihre Dreizimmer-Wohnung bekommen hat. Mit reiner Willenskraft. Damit hat sie nach dem Krieg ja auch das Ruhrgebiet wieder mitaufgebaut. Wo Rosi anpackt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Wer also eine Abrissbirne für die Gedankenmauern in seinem Schädel braucht, lässt Rosi mal eben mit dem Metalltopfreiniger feucht durchscheuern. Bis man sich spiegeln kann.
Sven Gantzkow
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