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Axel Herrenbrück hat sein Gastspiel in der „Brasserie Hülsmann“ beendet und ist jetzt wieder sein eigener Chef. Dem voran gingen umfangreiche Renovierungsarbeiten in der einstigen „Postschänke“, die nun „Oktopussy“ heißt und mit ihrem schlicht-schönen Interieur aus rauem Holz und diverser Kunst (Kopf in den Nacken!) ein hübsch differenziertes Publikum anzieht – von Szenevolk bis Seniorpartner ist alles dabei.
Die Speisekarte spricht tendenziell französisch, die Weinkarte ist internationaler aufgestellt, verlangt mit ihrer winzigen Schrift dem Gast aber einiges ab. Biertrinkern hingegen sei das gute Kürzer Alt empfohlen. Ein rasantes Tempo legt die Küche an den Tag; kaum bestellt, stehen auch schon die Vorspeisen auf dem Tisch: herzhafte Landpastete mit Roter Bete (8,–) und gebratener Pulpo mit Kapern, Oliven und Paprika (10,–). Der zarte Oktopussy schmeckt super, hat aber eine Spur zu viel Fleur de Sel abgekriegt. Ganz kurze Pause, dann geht’s schon weiter mit einem herrlich mürben Tafelspitz plus Meerrettichsauce und Kartoffelsalat, den man eher als rustikales Kartoffeluntereinander bezeichnen möchte, was dem Geschmack aber keinen Abbruch tut (17,50).
Top ist die knusprige Maispoulardenbrust mit sämigem Kartoffelpüree und bissfest gegarten Birnen; schon an sich eine klasse Kombi, die durch das mit Zimt aromatisierte, schaumige Sößchen zur Höchstform aufläuft (16,50). Rätselhaft bleibt, warum uns das Diner anschließend recht schwer im Magen liegt. Haben wir etwa zu schnell gegessen?
Berit Kriegs
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