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Auch wenn sich das Jahr spätsommerlich von seiner sonnigen Seite zeigte: Im November ist wirklich Schluss mit lustig. Im tristesten aller tristen Monate drohen bekanntermaßen Fußkälte, Regen und Verstimmung. Was hilft gegen die allseits gefürchtete November-Depression? coolibri rät zu Kombinationstherapie aus heimeliger Gemütlichkeit, herzerwärmenden Heißgetränken sowie wohlschmeckenden High Carb-Produkten und lädt in erprobte Kaffeehäuser in Düsseldorf und Umgebung.
Seit Juli diesen Jahres bewirtschaften Sandra Hornych und Susanne Spohr einen der schönsten Hinterhöfe Düsseldorfs nebst angrenzendem Gebäude mit ihrem Café H18. Das Idyll haben die beiden Frauen Hornychs kleiner Tochter zu verdanken, denn die Tagesmutter von Hornych junior arbeitete im Hintergrund der Herzogstraße. Als die Kinderbetreuerin die Räumlichkeiten verließ, setzten Sandra Hornych und Susanne Spohr ihren Traum von einer eigenen Gastronomie in die Tat um. „Susanne kocht, ich backe sehr gerne“, erklärt Hornych die perfekte Geschäftsbeziehung. So gibt es in dem mit schlichten dunklen Holzmöbeln geschmackvoll eingerichteten Schankraum sowie sommers auf der liebevoll bepflanzten Terrasse kleine Köstlichkeiten in süß und herzhaft. „Ich wünsche mir, dass die Leute wissen, wie Sachen ohne Maggi und Knorr schmecken“, erklärt Spohr. Selbstverständlich sind die offerierten Speisen des Damen-Duos immer frisch und mit saisonaler Bedachtsamkeit zubereitet. Mit Rezepten hilft mitunter ein befreundeter französischer Koch aus und sogar der Kaffee wurde von einer kleinen Privatrösterei aus Kaiserswerth speziell fürs H18 geröstet. Die Liebe zum Detail passt, denn aus den Mündern der beiden Kaffeehausfrauen klingt das Wunsch-Ziel „die Gäste wirklich zufrieden zu sehen“ keineswegs wie eine professionelle Gastronomenfloskel.
Ähnlich der Firmenphilosophie des H18 setzt auch Erika Terstesse aus Langenfeld auf kulinarische Natürlichkeit und verbindliche Freundlichkeit. Im hellen Raum der urlaubsatmosphärischen Kaffeezeit kommt der gelernten Sozialarbeiterin nur Frisches „ohne Geschmacksverstärker, Gluten oder Stabilisatoren“ auf den Tisch. Die erdbeerblonde Dame, die passend zu ihrem Beruf ein Oberteil mit Cupcake-Aufdruck trägt, erinnert sich an die Entwicklungsphase: „Bei meinem ersten Businessplan, den ich erstellt habe, war ich sehr vorsichtig, was den Umsatz betraf, und errechnete ein Minus von 185 Euro. Daraufhin habe ich zuhause erzählt, dass wir wohl zum Cafébetrieb was dazu tun müssen!“ Terstesse hätte durchaus mehr an ihre Qualitäten in der Backstube und als Gastgeberin glauben sollen: Das kleine Café im Langforter Einkaufszentrum, dessen Gastraum stets jahreszeitlich aktuell und liebevoll dekoriert daher kommt, ist längst generationsübergreifender Treffpunkt für Freunde feiner Torten, rustikalen Bauernbrots und selbstgemachter Schnäpperken wie Himbeerlimes oder Rosenlikör. „Ich finde es prima, dass ich hier auch mal eine Stunde alleine sitzen kann“, lobt eine junge Frau mit Buch beim Begleichen der Rechnung, während einem älteren Herrn dringend nach einer weiteren Nussecke gelüstet. Neben der Kulinarik liegen dem Kaffeezeit-Team auch die schönen Künste am Herzen: Immer wieder finden kleine Kulturveranstaltungen statt.
Beethovens Zuneigung zum Kaffee muss wohl ähnlich groß gewesen sein, wie seine Liebe zur Musik, ermahnte er seine Dienstboten doch immer exakt sechzig Kaffeebohnen pro Tasse zu nehmen. Was dem Komponisten gut, ist dem Berlin-Kreuzköln-Bewohner billig: Latte Macchiato im Glas war gestern, Filterkaffee ist das große, neue Koffein-Ding. Im Café & Crepe wird der exzellente, frisch aufgebrühte Kaffee ohne Schaumschlägerei in hübschen Sammeltassen serviert. Santano Traber verweist lächelnd auf seine Frau Mama und eine kunstvoll aufgetürmte Riege Gefäß-Unikate: „Meine Mutter sammelt die Tassen.“ Carmen Traber, ehemalige Hochseilartistin des gleichnamigen Traditionszirkus, bietet mit dem Künstlercafé in Gerresheim das perfekte Winterquartier für Kaffeehausgänger. Ein älterer Herr sitzt an seinem Stammplatz bei der Zeitungslektüre, während einen Tisch weiter drei Teenager-Mädchen bei Cola light feststellen, dass „Benny und Yannick die einzigen hübschen Jungs der Stufe sind“. Einig sind sich die Generationen nicht nur in der Café-Wahl, sondern auch im kulinarischen Geiste: Wie der Name des Lokals schon sagt, werden neben Kuchen als Spezialität Crepes angeboten. Die dünnen Pfannkuchen schmecken vorzüglich und kommen mit allerlei Füllungen daher. Auch lokale Fußballfreunde sollten fündig werden, schließlich steht auch ein Fortuna-Crepe auf der Karte.
Katja Früh
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