Trattoria del Pesce: Ein Juwel, ein Juwel!

| Christof Wolff

Mit den Restaurants ist es wie mit den Frauen: Es gibt welche, die vergisst man nie. Das Düsseldorfer Caruso ist so eines. Bis heute erinnern sich viele an die legendäre Fischhalle am Bilker Bahnhof, die vor Jahren den Arcaden weichen musste. Ihre Geschichte wird seit einem Jahr in Gerresheim fortgeschrieben – von Giovanni Mazzeo, über zehn Jahre Küchenchef im Caruso. Im Juli 2010 eröffnete der Italiener unweit der mittlerweile stillgelegten Glashütte die Trattoria del Pesce.

Dass es sich bei dem kleinen Fischlokal mit angeschlossenem Außer-Haus-Verkauf um ein Juwel handelt, pfeifen in Gerresheim mittlerweile die Spatzen von den Dächern. Aber auch aus anderen Stadtteilen lohnt sich die Anreise in jedem Fall. Allein die Antipasti (große Portion 10,50) sind eine Offenbarung! Egal ob Zucchini, Auberginen, Paprika, Champignons, Sardinen oder Tintenfisch-Salat – alles besticht durch Frische und Geschmacksintensität gleichermaßen. Die Hauptspeisen wissen ebenfalls zu begeistern. Gegrillten Fisch gibt es hüben wie drüben. Seeteufel (19,50) für die Testerin, Loup de Mer für den Begleiter. Das Flossentier kommt wahlweise mit Gemüse oder Salat, wir entscheiden uns für letzteres. Das Dressing beweist einmal mehr, dass die Italiener von guten Ölen und Essigen mehr verstehen als die meisten anderen Nationen. Das gilt für den Service nicht minder.

Sonderwünsche werden in der Trattoria del Pesce souverän umgesetzt (so bekamen wir z. B. auf Wunsch als zusätzliche Beilage Kartoffeln), ansonsten gibt man sich freundlich, aufmerksam, angenehm unaufdringlich und spendabel. Die als Nachtisch gereichte Honigmelone geht ebenso aufs Haus wie Oliven, Sardinen und Brot vorab. Chapeau, Herr Mazzeo, das war wirklich einsame Spitze!

Alexandra Wehrmann

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