Melancholia: Der du bist im Himmel

Ein traumhaftes Schloss, zwei glückliche junge Menschen und eine perfekte Hochzeit: Bis auf Justine hatte es sich vermutlich jeder der Anwesenden genau so vorgestellt. Die unter schweren Depressionen leidende Braut jedoch lässt die bedrückende Leere in unendlicher Gleichgültigkeit versinken, was ihre Traumhochzeit letzten Endes zur peinlichen Farce macht. Schwer mitgenommen findet sie bei ihrer eifrigen Schwester Claire und deren Ehemann John Halt und Zuflucht. Und über all dem thronend: Melancholia. Das Erscheinen jenes Planeten, der astronomischen Berechnungen zufolge an der Erde lediglich vorbeizieht, versetzt John in kindliche Euphorie, kann seine Frau jedoch nur begrenzt davon überzeugen, dass keinerlei Gefahr droht. Als der Himmelskörper sich besorgniserregend nähert, bewahrheitet sich ihr Verdacht: Allesamt ihrem Ende buchstäblich entgegenblickend, offenbaren die drei unverblümt ihre Wesenszüge, wie sie verschiedener nicht sein könnten.

Wie als Gegebild zu einem Emmerichschen Katastrophenszenario gelingt von Trier zwischen Endzeitromantik und Weltschmerz eine fast dokumentarisch anmutende Sozial- und Psychostudie über Depression und den individuellen Umgang mit der unausweichlichen Apokalypse.

AM

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