Jobs im Museum: Hegen, Pflegen, Präsentieren

| 1. Bild: Gavin Bobo (2493™ on flickr)

Kunst ist öde, Naturkunde dröge und Museen sind einfach grottenlangweilig. Ja, so war das mal. Von ihrem Image der staubigen Tempel eines altbackenen Bildungsbürgertums haben sich die heiligen Hallen allerdings längst befreit. Heute sind sie auf der Höhe der Zeit, überzeugen durch moderne Vermittlungskonzepte und erfreuen sich der Gunst aller Generationen. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt zudem, dass sich der „Apparat“ Museum aus vielfältigen Berufsfeldern zusammensetzt.

Je nach Ausrichtung des Museums variieren natürlich die verschiedenen Berufe und die nötigen Voraussetzungen dafür – so fasst der Biologe in einem naturwissenschaftlichen Museum zweifelsohne eher Fuß als der Experte moderner Kunst. Abgesehen von solchen Binsenweisheiten, verfolgen aber alle Musentempel das gleiche Ziel: sammeln, bewahren, forschen und vermitteln.

Ein rohes Ei namens Sammlung

Die Sammlung ist das Kapital jedes Museums. Alle Exponate, sofern nicht in einer aktuellen Ausstellung präsent, werden in einem Depot beherbergt, das entsprechend der gelagerten Objekte aufgebaut und klimatisiert ist. Um dies zu gewährleisten ziehen Restauratoren und Techniker an einem Strang. Museumtechniker sind zudem im Einsatz, wenn es um den Transport des Sammlungsgutes innerhalb und außerhalb des Museums geht. Sie arbeiten beim Auf- und Abbau von Ausstellungen mit und sind je nach Struktur des Museums für die komplexe Haus- und Sicherheitstechnik verantwortlich.

Erhalt und Erforschung der einzelnen Objekte z. B. einer Kunstsammlung obliegt dem hochqualifizierten Restaurator, dessen Studium meist eine handwerklich-technische Berufsausbildung vorausging. Sofern ein Museum nicht über eine hauseigene Werkstatt verfügt, muss hier der Dienst externer Fachleute in Anspruch genommen wird.

Ähnlich minutiös, nur mit anderen Kulturgütern arbeiten Präparatoren oder Technische Assistenten für naturkundliche Museen und Forschungsinstitute (Ausbildungsdauer: zwei Jahre, Voraussetzung: mittlerer Bildungsabschluss). Die regelmäßige Bestandsaufnahme und Dokumentation des gesamten Fundus’ gehört wiederum zu den fachwissenschaftlichen Aufgaben, die ein Hochschulstudium (zum Beispiel Museumskunde oder Museologie) verlangen.

An die Wände, fertig, los

Ob nun Bestände aus der eigenen oder einer fremden Sammlung gezeigt werden: Jedes Ausstellungsprojekt braucht ein Konzept. Und das entspringt dem Kopf des Kurators, der freilich auf seinem Fachgebiet einen akademischen Grad erworben und bestenfalls anschließend ein Volontariat ergattert hat. Bei der Realisierung des Projekts wirkt u. a. der Ausstellungsgestalter (heute auch Szenograf genannt) mit, der das grafische Konzept der Ausstellung entwirft, sprich: Farben, Formen, Raumeinheiten. Dabei ist die Gesamtkonzeption auch abhängig davon, wie man die verschiedenen Besuchergruppen ansprechen will und welche Aktivitäten die (studierten) Vermittler bzw. Museumspädagogen umsetzen möchten. Ist alles in trockenen Tüchern, kann die Öffentlichkeitsarbeit beginnen.

Nur gucken, nicht anfassen

Während man als Besucher die bisher genannten Museumsangestellten fast nie zu Gesicht bekommt, verfolgen einen andere auf Schritt und Tritt: Das Aufsichtspersonal – intern weitergebildete Mitarbeitern oder solche von einem Sicherheitsdienst. Sie sorgen dafür, dass den Exponaten nichts zustößt. Und sie können durch eine smarte Mischung aus Freundlichkeit, Auskunftsbereitschaft und Zurückhaltung wesentlich zum guten Ruf des Hauses beitragen.

Nun wirkt der Arbeitsplatz Museum bis hierhin eher wie ein Stelldichein der Akademiker. Na ja, ein bisschen mag das so sein, allerdings ist jedes Museum, egal welcher Ausrichtung und Größe, zugleich auch ein wirtschaftlicher Betrieb, der gemanagt und verwaltet werden will. Insofern sind hier auch kaufmännische Berufsgruppen (z. B. Verwaltungsfachangestellte) anzutreffen. Große Museen beschäftigen zudem Handwerker (Schreiner, Schlosser, Maler) für den Innenausbau und bilden selbige auch selbst aus, z. B. das Bergbaumuseum in Bochum. Forschungsorientierte Museen bieten Arbeitsplätze für verschiedene Laborberufe.

Wie immer lohnt auch hier ein erstes Schnuppern. Zahlreiche Museen der Region bieten nicht nur studentische, sondern auch Schüler-Praktika; in einigen wenigen kann man zudem ein FSJ-Kultur ableisten. Merke: Museumsarbeit ist Teamarbeit und „montags geschlossen“ gilt nur für Besucher.

Renate Gaßmann

museumsbund.de

museumsarbeit.htwk-leipzig.de

berufenet.arbeitsagentur.de

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