Café Rika: Next Generation Nippon

| Christof Wolff

Nein, so lässig wie die vier Japanerinnen am Nebentisch werde ich wohl niemals eine Miso-Ramen schlürfen können. Das tut dem Genuss aber keinen Abbruch – kochendheiß ist die würzige Brühe, angereichert mit feinst geschnittenen Lauchzwiebeln, Sprossen, Fleisch und natürlich Nudeln. Es ist beste Mittagszeit und das japanische Restaurant & Café, das im Frühjahr letzten Jahres heimlich, still und leise eröffnete, kann über mangelnde Kundschaft nicht klagen.

Schreibtischtäter aus den umliegenden Büros wie auch kochfaule Anwohner („zum Mitnehmen, bitte“) gehören zur Stammklientel, und wer abends in dem stylischen Ecklokal mit rauer Backsteinwand und offener Küche speisen möchte, tut gut daran, rechtzeitig einen der wenigen Tische zu reservieren. Sushi sucht man, abgesehen von California Rolls, vergebens auf der Speisekarte, die in Form einer Schiefertafel an der Wand montiert ist. Stattdessen gibt es besagte Ramen (Miso oder die mildere Shoyu-Variante), Teriyaki-Hähnchen oder -Lachs, gebratenen Reis mit Shrimps oder Schinken sowie Gyoza, hausgemachte Teigtaschen, gefüllt mit Schweinehack und Gemüse, wahlweise gebraten oder frittiert.

All das wird frisch zubereitet, schmeckt durchweg genial und kann als kleine oder große Portionen sowie als Kombi-Menü zu maximal 9,50 Euro geordert werden. „Arigatou“ steht auf der Rechnung – wir danken im Gegenzug für einen tollen Lunch, den netten Service der jungen Inhaber und die Option, authentische Nippon-Küche auch außerhalb der City genießen können.

Berit Kriegs

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