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Kontakte knüpfen, die eigene Website bekannt machen und PR betreiben: Digitale Netzwerke sind als Kommunikationskanäle unverzichtbar. Social-Media-Management ist mittlerweile ein eigener Berufszweig. Die beruflichen Nutzer sind meist Autodidakten. Dabei hängt erfolgreiches Netzwerken vom gekonnten Umgang mit den Social Networks ab. Weiterbildungen in dem Bereich sind noch rar gesät.
Täglich im engsten Kontakt mit allen Freunden, Verwandten und den entferntesten Bekannten: Für manche ein Alptraum, für Social-Media-Freunde erwünschter Alltag. Obwohl sich die großen Netzwerke damit rühmen, so selbstverständlich wie das echte Leben zu sein: Der Umgang mit ihnen muss gelernt sein. Learning-by-doing ist hier sicherlich die häufigste Methode, gerne mit Hilfe eines der zahlreichen Anleitungsbüchlein. Aber es gibt auch professionelle Weiterbildungsmöglichkeiten.
An der Business Academy Dortmund können sich Teilnehmer im Kurs „Social Media Manager – aber montags!“ weiterbilden. Vier Monate lang pauken sie jeden Montagabend vier Stunden lang Twitter, Facebook, Google+ und Co. Der Kurs eigne sich sowohl für Teilnehmer, die hauptberuflich in Social Media einsteigen wollen als auch für Selbstständige oder Angestellte. Das sagt zumindest Eva Ihnenfeldt, Dozentin an der Business Academy. Die Kosten liegen bei knapp 1 200 Euro. Davon kann die Hälfte über den NRW-Bildungsscheck oder die Bildungsprämie finanziert werden. Fördernswert sind Mitarbeiter von kleinen und mittleren Unternehmen (bis 249 Mitarbeiter) oder von StartUps bis zum fünften Unternehmensjahr, Minijobber, Eltern in Elternzeit und Berufsrückkehrer.
Auf die Frage, für wen sich die Nutzung von Social Media lohnt, antwortet Ihnenfeldt: „Für wen lohnt es sich nicht?“ Dabei machen zwei Gruppen den Großteil ihrer Teilnehmer aus. Etwa ein Drittel komme aus der Werbung, ein weiteres Drittel seien Kleinunternehmer, die ihr Geschäft stärken wollen.
Social Media für jeden
Ein solcher ist der Malermeister Sascha Trynoga aus Wuppertal. „Durch Social Media wird der Firmenname und die Person dahinter bekannter“, meint Trynoga. Seine Kunden sagen immer öfter, sie hätten ihn über das Internet gefunden. Mittlerweile schätzt Sascha Trynoga den Social-Media-Anteil an seiner Arbeit auf etwa zehn Prozent. Beigebracht hat er sich alles selbst. Authentisch sei seine Web-2.0-Aktivität, kein Link-Spamming mit Kalkül.
Ganz oben in der Suchmaschine, immer ansprechbar und auf allen Kanälen zu erreichen. Das sind für Freiberufler und andere Auftragsarbeiter verdammt wichtige Kriterien. Und nur mit Eigen-PR im Internet zu erreichen. Möglich macht das eine gute Vernetzung auf den relevanten Kanälen. Dazu muss der Nutzer erst einmal herausfinden, welche er nutzen will: Blog oder Homepage, persönlicher Facebook-Account oder Fanseite, twittern als Privatperson oder beruflich … Wobei eine Entscheidung die anderen nicht zwangsläufig ausschließt.
Auch für Stellensuche und Karrierepflege sind Social-Media-Netzwerke mehr als nützlich. 80 Prozent aller Stellen in der Kreativwirtschaft verlangten mittlerweile Social-Media-Kompetenz, so Eva Ihnenfeldt.
Social Media professionell
Community Manager, Social Media Expert, Mobile Marketing Manager: Viele Namen für professionelle Social-Media-Nutzer. Sie beobachten und analysieren den Erfolg der firmeneigenen Internetauftritte, kommunizieren mit den Kunden auf öffentlichen Pinnwänden und bloggen am besten noch regelmäßig.
An solche Berufs-Onliner und all jene, die es werden wollen, richtet sich die Weiterbildung zum Fachwirt Social Media an der Dialog Akademie (DDA). Nach 300 Stunden Unterricht, fünf Klausuren, einer Diplomarbeit und einer mündliche Prüfung erhalten Teilnehmer den begehrten Titel. Der Kurs, der in NRW in Düsseldorf und Köln angeboten wird, kostet um die 7 800 Euro. Für Menschen mit weniger Zeit und Geld gibt es auch den Kurs zum Social Media Manager. In zwanzig Vorlesungstagen, verteilt auf sechs Monate, für 4 900 Euro.
Die Fortbildungskosten werden laut Achim London, Geschäftsführender Gesellschafter der DDA, zumeist von den Arbeitgebern der Teilnehmer ganz oder teilweise übernommen oder durch Stipendien der DDA-Trägerverbände – dem Bundesverband Digitale Wirtschaft und dem Deutschen Dialogmaketingverband – getragen. Und auch hier gibt es einen Start-Up-Nachlass von fünfzig Prozent, der ebenfalls für Trainees gilt.
Universitäre Weiterbildungsmöglichkeiten sind noch selten. An der Fachhochschule Köln gibt es seit März das Social Media Zertifikat. 72 Unterrichtsstunden verteilen sich auf drei Wochenenden. Kostenpunkt sind knapp 1 000 Euro mit Fördermöglichkeiten. Der Kurs richtet sich an Hochschulabsolventen in BWL oder Kommunikationswissenschaften und Berufstätige mit langjähriger Berufserfahrung.
Ein typisches Berufsbild für Social-Media-Manager gibt es noch nicht, findet Achim London. Das entwickele sich erst noch und Begriffe wie CDOs, Chief Digital Officers, seien noch etwas neues. Für Eva Ihnenfeldt ist Social-Media-Manager ein psychologischer Beruf. „Reinkriechen in die Zielgruppe“ müsse man, empathisch sein und selbstbewusst. „Technikaffinität ist nicht das Wichtigste in dem Job.“
Fabian Mauruschat
Es gibt bereits diverse weitere Weiterbildungen im Social Media Bereich. Eine davon möchte ich noch erwähnen: Es gibt den bundesweit einheitlichen Zerfikatslehrgang Social Media Manager IHK. Er wird zurzeit in etwa fünf bis zehn Städten bundesweit angeboten. Im Ruhrgebiet bietet ihn die LVQ in Mülheim an der Ruhr an.
Danke schön, dass Ihr über uns geschrieben habt - das ist eine richtig schöne Sonntagsüberraschung - dank Google Alert sofort gefunden ;)
Eure Eva Ihnenfeldt von der Business-Academy Dortmund