Ziemlich beste Freunde: Ungleiche Paare

In Frankreich hat er bereits alle Rekorde gebrochen, gilt dort aber nicht nur als der erfolgreichste, sondern eben auch als der beste Film des Jahres. Ob „Ziemlich beste Freunde“ auch in Deutschland einschlagen wird wie eine Bombe, wäre dem schönen Streifen zwar zu wünschen, bleibt aber abzuwarten.

Denn wer das französische Kino bisher immer noch nur mit dem albernen Grimassenschneider Louis De Funès oder der langatmigen Labertasche Eric Romer identifiziert hat, der wird allerspätestens hier eines Besseren belehrt: Diese flotte, famose Tragikomödie erzählt die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft, wie sie unwahrscheinlicher nicht sein könnte, auf absolut mitreißene Art und Weise.

Philippe (François Cluzet) ist stinkreich, adelig, aber vom Kopf abwärts gelähmt und daher auf ständige Hilfe angewiesen. Alles, was er will, kann er sich kaufen, doch was bringt es ihm, wenn sein toller, teurer Maserati auf dem Hof vertaubt? Als auf der Suche nach einem neuen Vollzeit-Pfleger plötzlich der schwarze Ex-Häftling Driss (Omar Sy) in seinem Wohnzimmer steht, prallen zwei Welten aufeinander. Driss war im Zuge seiner Pro-forma-Bewerbung eigentlich nur auf jenen Stempel aus, der ihm seine Arbeitslosenunterstützung sichern sollte, doch Philippe ist neugierig und stellt ihn probeweise ein.

Dies ist der Beginn einer total verrückten und ganz wunderbaren Freundschaft, die beide für immer verändern wird. Irgendwie geht es hier auf charmant-amüsante Art um nichts weniger als darum, wofür es sich zu leben lohnt und warum alles Geld der Welt nicht das ersetzen kann, was Menschen füreinander sein können.

Zwar hört sich die Story vielleicht kitschig und klischeehaft an, bietet aber dank ihres spitzen Humors tausendmal mehr, als man auf den ersten Blick erwarten würde: Mit einen außergewöhnlichen Gespür für Timing und Gags ist es den Regisseuren Nakache und Toledano geglückt, ein ebenso bewegendes wie witziges Stück Kinounterhaltung zu schaffen, das letztendlich beweisen will, warum es sich lohnt, über soziale Stellungen hinwegzusehen und einander auf Augenhöhe zu begegnen – und das den Zuschauer am Ende selig (nicht rühselig!) mit einem frohgemuten, friedlichen Lächeln nach Hause schickt.

EMB

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