Verblendung: Schwedische Verschwörungen

Dass die Amis gern mal europäische Blockbuster neu verfilmen, statt sich einfach die erfolgreichen Originale anzusehen, ist bekanntlich nichts Neues. Dass sich nun allerdings ausgerechnet Kult-Regisseur David Fincher („Fight Club“) noch einmal an eine eigene US-Adaption des Bestseller-Krimis von Stieg Larsson (und somit an den ersten Teil von dessen postum veröffentlichter „Millennium-Trilogie“) wagt, könnte die Sache durchaus interessant machen.

In „Verblendung“ untersucht Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist („James Bond“ Daniel Craig) das Verschwinden von Hariet Vanger, eines Mädchen aus reichem Hause, das bereits seit den 60er Jahren vermisst wird. Unterstützung erhält er dabei von Underdog-Hackerin Lisbeth Salander. Beide finden heraus, dass der Fall im Zusammenhang mit einer Serie biblisch motivierter Frauenmorde steht und geraten in einen abgrundtiefen Sog aus Sex, Gewalt und Machenschaften.

2009 lief die Erstumsetzung des Romans hierzulande in den Kinos und war wenig später auch als Zweiteiler im ZDF zu sehen. Das postwendende US-Remake könnte womöglich zu Irritationen führen. Was den Kinobesucher dennoch definitiv erwartet, ist ein fesselnder Hochglanz-Thriller mit typischen Fincher-Bildern, wie man sie etwa aus „Sieben“ kennt. Doch welche Filminterpretation nun die spannendere ist, muss schon jeder für sich entscheiden.

EMB

Kommentar hinzufügen

* Pflichtfeld