Tafelsilber: Punktlandung

| Christof Wolff

Charmant liegt das alte und so grandios gerettete Güterbahnhofsgebäude wie eine gute Seele zwischen den kühlen Business-Immobilien im künstlich generierten Düsseldorfer Stadtteil „Grafental“. Ein Refugium des guten Geschmacks in Sachen Stil und Gaumenkitzel. Profis, die erfolgreich Mangold, Löffelbar und Eatery etablierten, zeichnen verantwortlich.

Brachial frei gelegte rohe Wände, Metallverstrebungen und Industrieleuchten bilden einen schönen Kontrast zum warmen Holzboden, eleganter Bar, Schlangenlederoptik-Separées und langen, geschickt getrennten Sitzreihen. Die Aufteilung des riesigen Raumes, gedacht als À-la-Carte-Restaurant, Frühstückstreff, Eventlocation und Bar, ist gelungen. Da setzt man sich gerne zu Tisch. Statt Mix & Match (ab 13,50), bei dem Petitessen wie Syrische Falafel mit Sesam Infusion oder Crèpes vom hausgebeizten Lachs kombiniert werden können, ist Fleisch gewünscht. Doch wir kommen nicht ganz zur rechten Zeit, der katalanische Holzofengrill für die Steaks (ab 15,50) aus bester Haltung ist leider noch nicht auf Touren. Kein Problem, wir werden mit köstlichen handgemachten Tagliatelle mit Paprikapesto, kerniger Chorizo (12,50) und Stoffservietten (!) verwöhnt.

Auch die wagenradgroße Holzofen-Pizza ist ein Ereignis. Dampfend und saftig bis zum „Ich kann nicht mehr“ erreicht sie, dekoriert mit Parmesan, Peperoni, Roastbeef, Rucola und herzigen Tomaten (17,–), volle Punktzahl. Das gilt ebenso für die Crew, die mit lässiger Freundlichkeit die Herzen der Esser souverän erobert.

Regina Matthes

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