Keith Haring: Short Messages 1982–1990

| Keith Haring Foundation, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Auch wenn zu seiner Zeit das Simsen noch nicht erfunden war, „Short Messages“ waren sein Markenzeichen, ebenso wie bunte Strichmännchen: Keith Haring kritzelte bereits Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre Kreidebilder auf abgedeckte Werbetafeln in der New Yorker U-Bahn, die der Nachwelt auf Fotos erhalten geblieben sind. Sein „Tag“ wurde damals das Radiant Baby (ein Baby mit Strahlenkranz). Die Oberhausener Ludwiggalerie zeigt nun Poster und Plakate des 1990 gestorbenen Künstlers.

Was Keith Haring machte, war im wahrsten Sinne des Wortes Street Art: Er bemalte Wände, immer wieder, in Sydney, Amsterdam, Berlin, Rio de Janeiro, Minneapolis, Tokio, Chicago und Atlanta. Doch Haring war nicht nur ein Kind der Straße, sondern auch eines des Kapitalismus, und als solcher wusste er sich hervorragend zu vermarkten. Seine immer wiederkehrenden Motive, die bunten Wimmelbilder mit den Strichmännchen, blieben den Betrachtern – quasi als Marke – im Gedächtnis haften. 1986 eröffnete er den „Pop Shop“ in New York, in dem er ausschließlich seine eigenen Werke und Vervielfältigungen verkaufte.

Seine auf den ersten Blick rein dekorativen Bilder hielten auch dem zweiten Stand, denn fast immer hatten sie auch einen (gesellschafts)politischen Inhalt. Bereits sein erster Plakatentwurf 1982 wandte sich gegen Atomkraft, später setzte er sich gegen Drogen ein, bis schließlich sein eigenes Schicksal zum Mittelpunkt seiner Arbeit wurde: AIDS.

Genau so wie sein Freund und Vorbild Andy Warhol wollte Keith Haring die Kunst in alle Lebensbereiche integrieren, eine Abgrenzung zwischen Kunst und Kommerz existierte für ihn nicht. So entwarf er für viele Werbekampagnen (Swatch, Lucky Strike, Absolut Vodka) Plakate. Diese waren für ihn das perfekte Medium, Werbe- und andere Botschaften zu verbreiten. In den Jahren 1982 bis 1990 schuf er 85 Plakatentwürfe, die nun allesamt im Oberhausener Schloss gezeigt werden.

Die Karriere von Keith Haring war steil – und kurz. 1982, mit nur 24 Jahren, nahm er bereits an der Kasseler Documenta teil, im Jahr drauf an der Whitney Biennale und der Biennale von Sao Paulo, es folgten Ausstellungen in Paris, Helsinki und Antwerpen, ja er bemalte sogar den Körper von Grace Jones – kurz: Er hatte es ruckzuck zum Popstar geschafft. Seine Popularität nutze der Amerikaner immer wieder für Benefiz-Aktionen gegen AIDS. Bei ihm selber wurde die Krankheit 1988 diagnostiziert, zwei Jahre später starb Keith Haring mit nur 31 Jahren daran.

BB

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