
Hol dir die aktuelle Juni-Ausgabe an einer unserer über 3 000 Auslegestellen im Rhein-Ruhrgebiet.
Die Wichlinghauser Straße ist nicht gerade das, was man eine Flaniermeile nennen würde. Grau, laut, viel befahren. Zufällig dürften da wohl die wenigsten das afghanische Restaurant finden, das sich im Haus Nummer 75 befindet. Deshalb mal an dieser Stelle der Tipp, das Kabul aufzusuchen; denn ist man einmal durch die Tür, ist die Tristesse vergessen. Vielmehr findet man sich hier in einer direkten Gegenwelt wieder: farbig, ruhig, überschaubar frequentiert.
Seit fünf Jahren bietet Inhaber Wahid Rahim authentische afghanische Küche an. Um sich einen Überblick zu verschaffen, bedient man sich am besten mal am Buffet, das es immer am Wochenende gibt. Bei unserem Dienstagabendbesuch war Herr Rahim so freundlich, einen kleinen Querschnitt an Speisen zu präsentieren. Die von der persischen und indischen Küche beeinflusste afghanische Küche hat als Grundlagen Weizenbrot, Reis und Nudelteig – in fast allen Gerichten sind diese Basics vorhanden, wie auch typische arabische und asiatische Zutaten wie Joghurt und Minze. Wir probierten Aschak, gedämpfte Lauchtaschen mit Hackfleisch und Tomatensauce in Knoblauch-Joghurt-Creme (gibt es auch in der vegetarischen Variante). Ebenso köstlich sind Mantu, gedämpfte Hackfleischtaschen mit Zwiebeln, Kichererbsen und Tomatensauce.
Zur Krönung aber – und außer der Reihe – bekamen wir Wachteln mit Spinat und braunem Basmati-Dampf-Reis mit Rosinen, Möhrenstreifen, Mandeln und Pistazien. Fantastisch! Wir brauchten gar kein Dessert mehr, um zu vergessen, dass draußen die Wichlinghauser Straße wartete; aber natürlich gab es noch mit Marmelade gefüllte Teigtaschen und Kaffee …
Jörg Degenkolb
Kommentar hinzufügen
* Pflichtfeld