
Hol dir die aktuelle Juni-Ausgabe an einer unserer über 3 000 Auslegestellen im Rhein-Ruhrgebiet.

Unter der Decke schwimmt, nicht ganz originalgetreu, ein aufgemalter Hai, eine Wand ist mit Plastikfischen und -meeresbewohnern dekoriert, an die andere wird in Endlosschleife ein Unterwasserfilm projiziert. Das Hai-Thema ist plakativ in Szene gesetzt, wer jetzt aber ein Fischrestaurant erwartet, liegt falsch.
„Café – Bar – Wohnzimmer“ will der Nachfolger des Bénoa im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf sein und leistet mit Frühstück (täglich bis 15 Uhr), Kuchen, Tapas und durchgehend warmer Küche kulinarische Rundumversorgung. Wenige Tage nach der Eröffnung ist der Hai noch ein Haichen, das mit den üblichen Kinderkrankheiten zu kämpfen hat: Die viel zu laute Musik läuft nur auf einem Kanal, statt Uerige kommt Pilsner Urquell, und dass die Kasse noch nicht funktioniert und keine Quittungen erstellen kann, ist ja schon ein Klassiker.
Etwas uninspiriert ist auch die Karte mit eher langweiligen Tapas (u. a. Oliven, Peperoni, Gemüsesticks, Guacamole, Honigmöhren) und Gerichten wie Salat Pute, Schnitzel „Wiener Art“ oder Rigatoni all Arrabiata – ob man damit in dieser an Konkurrenz nicht armen Gegend überzeugen kann, sei dahingestellt. Also auf die Tageskarte ausgewichen: Das argentinische Entrecôte mit Kräutern, Röstdrillingen und Salat (16,50) ist ganz ordentlich, die geschmorte Lammstelze im Prinzip auch, sie leidet aber unter einem leicht pampigen, mit Spinat und Cherrytomaten überfrachteten Risotto (9,50). Auch das verbuchen wir mal unter Startschwierigkeiten. Man sieht sich bei der nächsten Raubtierfütterung.
Berit Kriegs
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