Claudia Terstappen: Tanz, Tod und Beschwörung

| Alicia's Altar, 2011 (Foto: Claudia Terstappen)

Unterschiedliche Kulturen: Was heißt das eigentlich? Nicht zuletzt unterschiedliche Vorstellungen von Glaube und Aberglaube, von Tod, Jenseits und Wunderglauben. Und deren Auswirkungen auf Emotionen, Verhaltensweisen und Wertesysteme. Universelle Fragen – verschiedene Antworten: Willkommen in der Welt von Claudia Terstappen. Die Künstlerin wirft mit ihren Arbeiten einen sezierenden Blick auf die unterschiedlichen Weltbilder.

Dass dem Betrachter hier und da mal die Spucke wegbleibt, ist durchaus beabsichtigt. Zum Beispiel bei der Fotoserie „Roadkill“, die in überdimensionaler Größe jedes Detail von überfahrenen Tieren preisgibt. Oder bei der eigens für diese Ausstellung im Duisburger Museum DKM entstandenen Rauminstallation „sacrifice“: Auf blutrot gestrichenen Wänden hängen fünf ausgestopfte Stierköpfe der Rasse „Torros Bravos“. Diese werden ausschließlich für den spanischen Stierkampf gezüchtet und versinnbildlichen den (bescheuerten) Scheinkampf in den Arenen und die (bigotte) Verehrung der Tiere, die dem Torrero gegenüber absolut machtlos sind. Eine Plakette verrät jeweils den Zeitpunkt des Todeskampfes, den Torero und den Namen des Tieres.

Verehrung ist auch das Thema der Altarfotos von Claudia Terstappen. Sie entstanden in Mexiko, Indonesien, Japan und Australien, und obwohl tausende Kilometer und immense kulturelle Unterschiede dazwischen liegen, ähneln sich die Szenerien doch auf seltsame Weise, ebenso wie die ungewöhnlichen Naturaufnahmen von Orten, die für bestimmte Kulturen heilig und magisch sind.

Claudia Terstappen, geboren im sauerländischen Arnsberg, studierte in den 80er Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie, lebte einige Jahre in London und hat heute eine Professur in Melbourne.

Terstappens Ausstellung mit dem Titel „Tanz, Tod und Beschwörung“ passt perfekt zur Dauerausstellung „Linien stiller Schönheit“ des Museum DKM, das Grabbeigaben und religiöse Objekte aus 5 000 Jahren in einen ästhetischen Dialog mit zeitgenössischer Kunst setzt.

BB

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