Blutzbrüdaz: Hol doch die Polizei!

Otis („Sido“) und Eddy („B-Tight“) sind Brüder: Blutzbrüdaz. Das Dasein am Existenzminimum bereitet den beiden Hobby-MCs allerdings nicht allzuviel Freude. Geld muss her! Zunächst beweist ihnen ihr kleinkrimineller Freund Adal („Alpa Gun“) jedoch, dass es auch ohne geht – oder auch nicht: Die diebisch amüsante Inszenierung, bei der die drei sich ein vernünftiges Mikrofon ergaunern wollen, kommt bei den Cops jedenfalls gar nicht gut an. Wie das Schicksal so spielt, tut es die daraus entstehende Rap-Nummer aber beim Publikum: Der Hip-Hop-Hit schlägt ein wie eine Bombe. Der Hype um die Straßenjungs dringt bis tief in die Gehörgänge der Major-Labels, die ihre Eurozeichen fortan gar nicht mehr aus den Augen bekommen. Der Traum vom großen Durchbruch scheint also zum Greifen nah, doch Otis und Eddy lernen nun auf die harte Tour, dass im Showbiz ein anderer Wind als auf der Straße weht.

Nachdem Integrations-Bambi-Besitzer Bushido im letzten Jahr mit „Zeiten ändern Dich“ sein Spielfilm-Debüt zelebrieren durfte, will nun auch der einst maskierte Elternschreck Sido (bürgerlich Paul Würdig) die Kinokassen klingeln lassen. Was ersterem jedoch fehlt, sprüht sich letzterer in fetten Graffitis auf die Fahne: Humor. Regisseur Özgür Yildirim („Chiko“) serviert köstliche Unterhaltung, der eine gehörige Portion Selbstironie innewohnt.

AM

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