Inhaltsbeschreibung
Ein weinender Mann steht vor einer grauen Steinwand und stellt sich vor - Sekunden später sind die Tränen verflogen, und er verkündet noch einmal seinen Namen und seine Herkunft, diesmal schreiend vor Wut. Er gehört zu einer Gruppe von Häftlingen der Strafanstalt Rebibbia, die für ein Theaterprojekt im Gefängnis vorsprechen. Auf dem Plan steht nichts Geringeres als Julius Cäsar, das Shakespeare-Stück über den römischen Imperator, der an den Iden des März von einer Gruppe von Verschwörern, darunter sein Adoptivsohn Brutus, ermordet wurde. Die beiden Brüder Paolo und Vittorio Taviani haben die außergewöhnliche Theatergruppe über ein halbes Jahr hinweg bei den Proben begleitet. Sie zeigen, wie sich die Männer langsam in ihre Rollen hineinfühlen, sich mit ihnen identifizieren und dabei die universale Poesie Shakespeares für sich entdecken. Am lang ersehnten, aber auch gefürchteten Tag der Premiere erscheint ein großes, gemischtes Publikum: Gefangene, Schauspieler, Studenten, Regisseure. Die Aufführung endet mit viel Applaus. Während die Scheinwerfer langsam ausgehen, werden die Darsteller wieder zu Gefangenen. Sie werden abgeführt und in ihre Zellen gesperrt.


