Journalistenrabatt weg: Offener Brief an die Deutsche Bahn

Sehr geehrte DB Fernverkehr AG,

mit Schreiben vom 29. Februar teilen Sie uns mit:

“Seit 2004 erhalten Journalistinnen und Journalisten mit gültigem Presseausweis auf Antrag einen Rabatt von 50% auf die BahnCard 50. Das neue Jahr hat die Deutsche Bahn zum Anlass genommen, diese Regelung intern auf den Prüfstand zu stellen. Nach eingehender Prüfung ist die Deutsche Bahn zu der Überzeugung gelangt, dass dieser Journalistenrabatt nicht mehr zeitgemäß ist: Nicht nur die Medienwelt hat sich grundlegend verändert, auch die gesellschaftliche Sicht der Dinge wandelt sich, ebenso die Diskussionen innerhalb des journalistischen Berufsstandes. All dies berücksichtigend, hat sich die Deutsche Bahn entschieden, den Journalistenrabatt auslaufen zu lassen. Der Verkauf der Journalisten BahnCards (Hauptkarte und Partnerkarte) endet am 15.04. 2012. Wir hoffen, dass diese Entscheidung Ihr Verständnis findet, und würden uns sehr freuen, wenn sie uns als Kunde erhalten blieben. Mit freundlichen Grüßen,

Bettina Marchl (Leiterin Kundenbindung)

Danke, Deutsche Bahn!

Wir, angestellte wie freiberufliche Journalisten, freuen uns sehr über Ihre Entscheidung.

Foto: R/DV/RS

Echt sehr verantwortlich von Ihnen, alles auf den Prüfstand zu stellen. Gerade in diesen schweren Zeiten Not leidender Banken und Staatshaushalte sind irgendwelche Rabatte für einfache Christians oder Bettinas einfach nicht mehr zeitgemäß. Nicht nur die Mädchenwelt, auch die Medienwelt hat sich grundlegend verändert, die gesellschaftliche Sicht der süßen Dinger wandelt sich. In Diskussionen innerhalb eiskalt klimatisierter BordRestaurants ist der journalistische Berufsstand zur selben weisen Erkenntnis gekommen wie Sie:

All dies berücksichtigend, verzichten wir frohen deutschen Herzens auf das Sozialticket. Seit Agenda 2010 predigen wir mit unseren Politikern, dass die Bürger ihrer Bahn AG nicht auf der Tasche liegen sollen; seit der Eurokrise hetzen wir nicht nur in BILD gegen den Pleite-Griechen, der seine Verarmung wg. undeutscher Faulheit redlich verdient hat: Da haben wir studierte Mikrofonhalter, Anbeter und Glaubwürdigkeitsprüfer der Macht aber sowas von Verständnis für die Sanierung der systemrelevanten DB und gehen als treue Kunden mit gutem Beispiel voran. Den uns dafür eigentlich zustehenden Ehrensold von ca. 115 Euro im Jahr plus Partnerkarte nehmen wir selbstverständlich nicht an.

Verband schwarz-rot-goldener Hofschreiber, gez. Marc Burger (Leiter Staatsbindung)

 

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