Gorleben macht Schule

Schon irre subtil, wie das Bundesforschungsministerium unter Dr. Heinz Riesenhuber einen beauftragten Physiker darum bat, im Laufe der Untersuchung des möglichen Atommüll-Endlagers Gorlebens „den vermutlich hypothetischen Störfall des Wasser- und Laugenzutritts etwas weiter vom Zentrum der Betrachtung wegzurücken“.

Nach Bekanntwerden des Briefes von 1983 findet diese extrem stylische Ausdrucksweise fast überall Nachahmer und Trittbrettfahrer:

- „Hi, Gaby! „Ich möchte dich ganz doll bitten, den total unwahrscheinlichen Fall eines kausalen Zusammenhangs zwischen unserem Fick und deiner Schwangerschaft etwas weiter vom Zentrum der Betrachtung wegzurücken. Dein Knuddel-Kevin.

- „Lieber Herr Schmidt! Für den, wie ich taube Nuss dunkel ahne, gar nicht soooo hypothetischen Störfall meiner Nichtversetzung in Klasse 11 fände ich es echt super, den Ausschluss von Ihrem wunderbaren Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium etwas weiter vom Zentrum der Betrachtung wegzurücken. Ergebenst, Jasmin K. (90-60-90).

- „Sehr geehrter Herr Lothar B.! In meiner Eigenschaft als Anwalt von Frau Liselotte R., ihres Zeichens Pächterin der Parzelle 71 B in der Schrebergartenanlage ‚Flora und Fanta’, fordere ich Sie als Pächter der Parzelle 71 C zum letzten Mal auf, die millionenfach auf das Grundstück meiner Mandantin hinüber fliegenden Löwenzahn-Samen etwas mehr ins Zentrum Ihrer – offenbar eingeschränkten – Betrachtung zu rücken, statt am hellichten Tag und im Liegestuhl grölend Ihr vermutlich erschlichenes Hartz IV zu versaufen. Andernfalls: Prozess am Hals! Mit freundlichen Grüßen, Kanzlei Lenßen & Partner.“     

 


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