Duisburg kämpft um seine Traumzeit

Während auch nach oder gerade wegen der Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland von Seiten der Stadtverwaltung keine positive Bewegung in die Realisierung des diesjährigen Traumzeit-Festivals im Duisburger Landschaftspark kommt, gibt eine lose Initiative engagierter Bürger die Hoffnung nicht auf.

Weakerthans beim Traumzeit 2011 (c) Michael Blatt

Für Samstag laden sie zum öffentlichen Podiumsgespräch “No Blah-Blah! – Traumzeit ist zu retten!” ins MercatorQuartier (Burgplatz/Gutenbergstr.). Als Gesprächsgäste sind Kulturdezernent Karl Janssen, Uwe Gerste von Duisburg Marketing und Frank Jebavy vom Festivalbüro eingeladen. Man darf gespannt sein, ob sich die Protagonisten auf dem Podium der Öffentlichkeit stellen.

Im Vorfeld von “No Blah-Blah!” richten sich die Traumzeit-Kämpfer mit einem Offenen Brief an den Kreis um Janssen, Gerste und Jebavy.

Sehr geehrte Damen und Herren !

Vor dem Verdacht der Ketzerei floh Gerhard Mercator vor 460 Jahren nach Duisburg in der Hoffnung, hier einen Ort der Freiheit der Gedanken, der wissenschaftlichen Arbeit und der schönen Muse zu finden. Würde Mercator auch heute noch zu diesem Schluss kommen und sich für Duisburg als Wohnort entscheiden? Sicher nicht angesichts der kulturellen Abwärtsspirale in unserer Stadt.

Wir sind mit vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern der Überzeugung: Das jährliche TRAUMZEIT-Festival ist zu retten. Denn manche Chancen sind noch ungenutzt und viele Fragen noch offen. So unter anderem

Welche Taten folgten ab November 2011 auf die einmütige Willenserklärung des Kulturausschusses für den Erhalt des Musikfests unter dem Hochofen?

Wie könnte die einzigartige künstlerische Strahlkraft des Festivals jetzt und künftig für das bundesweite und internationale Image der Stadt genutzt werden?

Ein Festival ohne Großsponsor RWE muss nicht ausfallen. Wurden die anderen bisherigen Geldquellen erhalten und alle denkbaren Möglichkeiten der Ersatzfinanzierung aufgespürt und ausgeschöpft?

Wir Unterzeichner wollen uns einmischen, um die seit langem diagnostizierte kulturpolitische Erstarrung der Stadt aufzubrechen. Wir möchten die Kultur schaffenden und liebenden Menschen Duisburgs ermutigen, sich einzubringen in eine breite öffentliche Debatte zum Erhalt der jährlichen TRAUMZEIT. Denn sie berührt im Kern die Frage, in was für einer Stadt wir leben wollen.  (…)

Wir erwarten von den Verantwortlichen der Kulturpolitik und -verwaltung, dass sie Transparenz herstellen in ihren Bemühungen, alle Möglichkeiten für eine Entscheidung pro TRAUMZEIT als jährliches Festival auszuschöpfen.  Eine negative Beschlussfassung durch die Sitzung des Aufsichtrats der Duisburg Marketing Gesellschaft am kommenden Freitag negierte die noch immer vorhandenen Chancen und die Verantwortung aller Beteiligten für eine lebendige und reichhaltige Stadtkultur. Durch Dialog dagegen wird sich ganz sicher der Weg hin zum Festival vom 6. – 08.Juli 2012 beschreiten lassen.

Mit großer Zustimmung vieler DuisburgerInnen im Rücken:

gez.     Ruth Bamberg, Philippe Micol, Luise Hoyer,  Eckart Pressler, André Meisner

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