Wenn Lisa Frieling nicht gerade hinter ihrer Nähmaschine sitzt, um Nachschub für ihr Taschen-Label “linkskariert” zu produzieren, dann geht der Blick der diplomierten Grafikdesignerin hoch in den Norden. Warum das Ruhrgebiet für die Bochumerin aber ebenfalls attraktiv ist, erzählt sie im Interview.
Alter: 27
Wohnort: Bochum
Kannst du von der Kunst leben?
Während meines Studiums habe ich in einem Kino in Bochum gearbeitet, und das mache ich nach wie vor. Allein vom Verkauf meiner Produkte ließe sich der Lebensunterhalt nicht finanzieren.
Beschreibe bitte deine Kunst…
Unter dem Namen „linkskariert“ produziere ich serielle Unikate. Ursprünglich fing ich mit einem Redesign des klassischen Turnbeutels, wie ihn viele noch aus Kindertagen kennen, an. Den daraus entstandenen, linkskariert-typischen Schnitt habe ich mittlerweile außerdem auf eine Schultertasche übertragen. Diese beiden Formen kleide ich dann in unterschiedliche Farbkombinationen und Textilen, zum Beispiel Segeltuch, Cord oder Wollfilz. Dadurch erhalten sie auf der Basis des Grundschnittes je einen spezifischen Charakter. Vom Design bis zur Fertigstellung mache ich dabei alles in Eigenregie.
An welchem Projekt arbeitest du gerade?
Ich möchte mein Sortiment um ein drittes Model erweitern, dessen Entwurf ich derzeit noch ausarbeite. Was dann dabei rauskommt, bleibt vorerst noch geheim.
In welchem Umfeld produzierst du deine Werke?
Ich habe letztes Jahr im Anschluss an mein Grafikdesign-Studium an der FH Dortmund mit diesem Projekt angefangen, bin demnach noch relativ frisch dabei. Da ich die Sache erstmal locker angehen wollte, habe ich mich vorerst gegen größere Investitionen oder das Anmieten eines Ateliers entschieden. Ich arbeite also in meiner Wohnung und bin damit momentan ganz zufrieden.
Wie steht es um die Attraktivität des Standorts NRW für junge Künstler?
Ich habe den Eindruck, es gibt gerade im Ruhrgebiet Raum für Ideen unterschiedlicher Art und keine festgefahrene Szene, in die reinzukommen unmöglich ist. Ich empfinde das als sehr angenehm. Dazu kommen die niedrigen Lebenshaltungskosten, die den Standort für junge Künstler attraktiv machen.
Siehst du deine eigene Zukunft in NRW?
Kann ich mir auf jeden Fall vorstellen. Ich möchte sehr gerne noch eine Ausbildung zur Maßschneiderin machen und würde mich freuen, wenn ich eine Stelle im Ruhrgebiet finde. Aber ich bin auch bereit, dafür in eine andere Stadt zu ziehen, zum Beispiel hoch in den Norden.
Was sind deine Lieblingsorte?
Hinter meiner Nähmaschine gefällt es mir schon ganz gut. Ansonsten die Nordsee, da komme ich aber leider viel zu selten hin.
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Hallo liebes coolibri Team,
die Serie über junge Künstler finde ich toll!
Wie schafft man es, selbst für die Kolumne interviewt zu werden?
Ich hätte großes Interesse mich vorzustellen.
Ich bin Künstlerin aus Haltern am See.
Bei Interesse findet Ihr alles weitere zu meiner Person auf http://www.antimon.net.
Viele Grüße,
Antje
Hi Antje,
sorry, dein Kommentar ist irgendwie im System stecken geblieben.
Schön, dass dir die Reihe gefällt.
Wir sind immer auf der Suche nach spannenden Personen, um die Reihe fortzusetzen. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf “jungen” Künstlern.