Ausgewählte Gedanken zu Thomas Bocians Ausstellung “Hotel Eden, Hinter der Fassade”

Für einen sterbenden Menschen ruft man einen Krankenwagen. Der holt den dann weg. Dann sieht man ihn nicht mehr. Dann kann er woanders verrecken.

Bei einem Gebäude geht das nicht so leicht. Das steht dann halt so rum. Das weckt dann bei dem Einen oder Anderen die Neugierde.

Eine verschlossene Türe weckt immer unsere Neugierde. Oder unsere Furcht. Oder beides. Hinter jeder Türe eine eigene Welt. Ja? Meistens finden wir doch immer nur die alte vor.

Ein Hotel will mit Gästen gefüllt werden, wenn es sich lohnen soll. Dafür gibt es da dann so viele Zimmer. Die Gäste kommen dann dahin, übernachten ein paar Nächte, und gehen wieder. Wie das Leben eben.

Mit seiner strengen Setzung, alle Zimmer in gleicher Weise, mit unter der Decke befestigter Kamera, abzulichten, schafft der Fotograph etwas ganz erstaunliches, er fängt tatsächlich einen Teil ihrer Seele ein.

Wie auf einem Obduktionstisch liegt das ganze Hotel Eden da. Ich erkenne deutlich, das Objekt leidet.

Foto: Thomas Bocian

Womit sollte ein Menschenleben vor seinem Ende gefüllt sein, damit es sich lohnt?

Fokuspuller

(Als Bewerbung für den Ruhrtriennale Blog “Urmomente“)


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