Gestern war dieser Artikel noch eine Ankündigung und heute ist er schon ein Rückblick. Meine Herren, so kanns gehen in diesem Internet…
Wie auch immer, zum Einlass um 19.30 war die FZW Tür noch geschlossen, und ein paar verstreute tranken einsam ein Pils vor der kühlen FZW Fassade. Und auch die Tatsache, dass sich mein Name nicht wie erwartet auf der Gästeliste fand, ließ irgendwann den Verdacht aufkommen, dass man sich vielleicht einfach im Tag geirrt haben könnte. Aber der Bestätigungsausdruck gewährte bedingungslos Eintritt und der Merchandise Stand verriert, dass hier doch alles seine Richtigkeit hatte. Und nachdem es dann so nach und nach auch voller wurde, standen plötzlich (wenn auch erst recht spät zwischen acht und halb neun) Genepool auf der Bühne (nachdem sie gefühlte 20 Minuten mit einem drückenden Intro die Ohren malträtierten). Aber es sei ihnen verziehen, aber auch nur weil die Band so toll ist. Zwei Dinge wurden eindrucksvoll bewiesen. Bela B. ist nicht der einzige stehende Drummer der Welt und …Trail of Dead nicht die einzige Band mit zwei Drummern. Nimmt man dies und die Tatsache, dass sich Genepool musikalisch durchaus dem Punk entwichen sind, dann kommt da ein Genre raus, das ich mir gestern mal als Progressive Punk ablegte.

Hinzu kommt, dass sich Bassvirtuose Guido Lucas hier auch schon für das Konzert warm spielte (er spielt bekanntlich in beiden Bands). Und da sich das “Ruhrpott”-Publikum zierte nach vorn zu kommen, durfte ich mir aus der ersten Reihe seine vibrierenden Saiten ansehen.

Dumm nur, dass ich mir vor dem Konzert die Platte für 10€ gekauft habe und sie dann beim Konzert kostenlose Downloadcodes ins Publikum schmissen.
Erster Schock dann bei KEN: Nachdem Guido Lucas erst durch musikalisches Können, extravagantes Auftreten und eine hübsche Corthose fleißig Sympathiepunkte sammeln konnte, stellte sich beim KEN-Konzert heraus, dass er offensichtlich überzeugter Bayern-Fan ist. Und zum Konzert: KEN waren gut und gut gelaunt.

Sie spielten fast alle Songs der neuen Platte und die vier besten des Vorgängers STOP! LOOK! SING SONGS OF REVOLUTIONS!. Für ein Konzert von Aydo Abay gab es erstaunlich wenig Ansagen. Kleine Punktabzüge gabs dafür, dass das ein oder andere vom Band eingespielt wurde. Das war bei seinem Geburtstags Gig in Köln seiner Zeit noch anders, wenn ich mich recht erinnere.
Ein schöner Abend mit KEN, Genepool und dem Kollegen wars, gemütlich, intim und ziemlich laut.