Nicht nur, weil Jonathan Rhys Myers im Film exakt die gleiche Brille trägt wie ich selber seit ein paar Wochen ;-), hat mir “From Paris With Love” sehr gut gefallen.

Auch das halb-humorige Durcheinander von bleihaltigem Agentengetöse und privatem Kram, das mich in seinen besten Momenten an James Camerons “True Lies” erinnert hat, sorgt für flottes Popcornkino: Wenn der anfangs zurückhaltende Rhys Meyers ausflippt, um einem Drogendealer jenen Ring wieder abzunehmen, dem ihm kurz zuvor seine Freundin geschenkt hat, oder er mitten im wildesten Kampfgetümmel sein Handy aufladen muss, um unbedingt seine Liebste anzurufen, ist für smarte Unterhaltung gesorgt.
Überhaupt stimmt die Chemie zwischen dem staunenden Newcomer-Agenten und dem abgebrühten Hasen John Travolta, wenn Jungspund Rhys Meyers beispielsweise die ganze Zeit mit einer chinesischen Vase voller Koks die Treppe heraufhastet, während ihm die von Travolta profimäßig im Dutzend niedergemähten Terroristen blutig entgegenpurzeln. Für unzählige Leichen und jede Menge gute Laune wird jedenfalls genauso gesorgt wie für allerlei absurde Momente – wenn beispielsweise John Travolta bei einem weinseligen Abend zu viert in familiärer Atmosphäre aus (scheinbar) heiterem Himmel seine schöne Sitznachbarin, mit der er grad eben noch geflirtet hat, eiskalt niederballert.
Die Action ist kreativ und knackig – beispielsweise werden ein paar fliehende Terroristen noch schnell gekillt, indem man ihnen aus dem oberen Stockwerk eines Vorstadt-Wohnblocks einfach mal so einen scharfen Sprengstoffgürtel aufs Autodach schmeißt -, und die letzte große Verfolgungsjagd auf der Pariser Autobahn extrem rasant und mitreißend gefilmt.
Zudem schlägt die Story ein paar schwungvolle Haken, mit denen man so vielleicht nicht gerechnet hätte – und die mir bei der letzten, betont ernsten, aber letztlich eher unfreiwillig komischen Luc-Besson/Pierre-Morel-Kollaboration “96 Hours” (“Taken”) leider komplett gefehlt haben.
Ein amüsanter Agententhriller also mit einer ebenso coolen wie charmanten Mischung aus Härte und Heiterkeit, der durchaus auch als frühes Abenteuer eines “Young James Bond” durchgehen könnte, dem man halt für seinen ersten Auftrag einen erfahrenen Partner zur Seite gestellt hat – der ironische Titel deutet die “French Connection” zum 007-Thema ja schon an. Für die nötige Abhärtung des “Auszubildenden” ist dank der beziehungstechnisch tragischen Entwicklung des Falles jedenfalls auch gesorgt.
Vielleicht kein Film, der die Welt bewegt, der aber unbedingt Spaß macht, so lange man ihn guckt: Two agents. One city. No merci!
