Kämpfen und Siegen – Fortuna Düsseldorf im Endspurt

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Das deutsch-deutsche Champions League-Finale schert derzeit in Düsseldorf niemanden. Die Landeshauptstadt hat ganz andere Probleme. Fortuna heißt das Sorgenkind, das seit einem 1:0 gegen den Absteiger Greuther Fürth im Februar nicht mehr gewinnen konnte und auch sonst kaum positive Signale sendet. Robbie Kruse hat in Leverkusen unterschrieben. Keeper Giefer leistete sich zuletzt Fehlgriffe in Serie. Und zu allem Überfluss verlor mancher auch noch die Nerven. Im Training kam es zuletzt mehrfach zu handfesten Auseinandersetzungen. Mit dem viel beschworenen Mannschaftsgeist, das bestätigen auch jene, die das Team in den letzten Partien im Stadion erlebten, scheint es also derzeit nicht allzu weit her zu sein. Gespielt werden muss natürlich trotzdem – zwei Mal noch. Und es geht um nicht weniger als Kopf und Kragen. Am Samstag gegen die Clubberer aus Nürnberg ist, da sind sich alle Experten einig, ein Sieg Pflicht.

Die Landeshauptstadt hat sich ihrerseits bereits warm gemacht. Vielerorts sieht man mitnichten rot, sondern vielmehr rot-weiß. Alexandra Wehrmann hat einige Impressionen eingefangen und schon jetzt dieses Liedchen auf den Lippen.
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Tausendfüßler-Abriss-Tagebuch – Teil 4: Besser als Bali: Baustellen-Tourismus

Die Farbe der Saison ist in Düsseldorf weder blau noch nude. Sondern orange. Orange sieht man allerorten. Man trägt es auf dem Kopf, oben- wie untenrum. Ohne orangen Schutzhelm und orange Warnweste läuft in der Düsseldorfer Innenstadt derzeit nichts. Der Tausendfüßler-Abriss geht in die heiße Phase. Und was der Weihnachtszeit die Holländer und den Messezeiten die internationalen Gäste sind, sind der Abrissphase die Bauarbeiter. Die alte Regel, einer arbeitet, zwei schauen zu, scheint dabei nach wie vor zu gelten. Doch es sind nicht nur die Kollegen, die den hart arbeitenden Menschen bei ihrem Tun über die Schulter schauen. Auch Otto-Normalverbraucher, die allermeisten davon männlich, viele im Rentenalter, sind angereist, um die Arbeit von Mensch und Maschinen aus nächster Nähe zu beobachten. Besser als jeder Tatort mit Til Schweiger ist das, was hier geboten wird. Kostenlos, wohlgemerkt.

DSC_0044Die Gegend zwischen Martin-Luther-Platz und Schadowstraße mutet an, als sei Weltkrieg II gerade erst zu Ende gegangen. Gesteinsbrocken türmen sich übermannshoch. Hier ragt eine Ampel heraus. Dort das Schild „Umleitung“. Das muss man natürlich für die Nachwelt festhalten. Und so haben die Baustellen-Touristen fast ausnahmslos Kameras am Mann. Manche Handys, andere kleine Knipsen, manche richtig teures Equipment. Die Ausrüstung fest in der Hand wandern sie herum, schauen hier und dort durch den Sucher – auf der Jagd nach der besten Perspektive. Das meist fotografierte Motiv in der Stadt dürfte, jede Wette, momentan der Hochstraßenabriss sein. Da können Schlossturm, Lambertuskirche und Rheinturm nicht mithalten. Nicht mal die Gehry-Bauten.

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Tausendfüßler-Abriss-Tagebuch – Teil 3: Zeichen und Wunder

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EINTRAG VOM 14. MÄRZ, AUS TECHNISCHEN GRÜNDEN ERST JETZT VERÖFFENTLICHT

Liebesbekundungen. Überall Liebesbekundungen. Mancher Mensch wäre froh, wenn er so gemocht würde. Worden wäre, muss man ja sagen. Auf den y-förmigen Stelen des Tausendfüßlers haben Freunde ihre Spuren hinterlassen. Freunde, Fans und Geliebte. Dutzende von rosa Herzen, versehen mit dem Schriftzug „Lot Stonn“, hat die gleichnamige Initiative auf den Beton aufgebracht. Andere haben ihrem Unmut Luft gemacht. Ein letztes Mal. „Tausendfüßler-Mörder“ haben sie gesprüht. „Fuck OB Elbers“. Oder „Lasst mich in Ruhe“. Sogar ein Liebesbrief an den Tausendfüßler wurde aufgeklebt. Leider ist er, als ich ihn finde, bereits zum Teil abgerissen, sodass der komplette Wortlaut nicht mehr zu entziffern ist. Der Adressat wird ihn wohl gelesen haben. Und die lieben Worte – wie alle anderen Zeichen und Wunder, die auf ihm hinterlassen wurden – mit ins Grab nehmen.

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Tausendfüßler-Abriss-Tagebuch – Teil 2: Die Baustelle schläft (fast) nie

EINTRAG VOM 10. MÄRZ, AUS TECHNISCHEN GRÜNDEN ERST JETZT VERÖFFENTLICHT

In der vergangenen Woche hat der Tausendfüßler Rache genommen. Rache dafür, dass OB Elbers ihn als „Provisorium“ bezeichnete. Rache dafür, dass Verkehrsminister Harry Voigtsberger (SPD) ihn zum Abriss freigegeben hat. Rache dafür, dass Tausende von Bürgern ihm bei der „Abrissparty“ mit Hammern und Meißeln zu Leibe rückten. In der vergangenen Woche bekamen sie alle für all das die Quittung. Jahrzehntelang hatte der Tausendfüßler seinen Dienst getan und dafür gesorgt, dass der innenstädtische Verkehr in Düsseldorf floss. Nun herrschte Stillstand. Wichtige Büromenschen versäumten ihre ach so wichtigen Termine (davon gibt es viele in der Landeshauptstadt), weil in der Innenstadt teilweise nichts mehr ging. Bahnen mussten ihre Fahrgäste auf freier Strecke entlassen, nur so konnten sie einer Meuterei entgehen. Der Sterbende lachte sich ins Fäustchen. Das tat er allerdings zum letzten Mal, denn morgen kommen die Bagger.

1Das heißt, eigentlich sind sie schon da. Drei große orangefarbene Monster, jedes davon mit mehreren unterschiedlichen Aufsätzen, sind bereits dort platziert, wo sie morgen früh ihre Arbeit aufnehmen werden – auf der Rampe, die von Seiten des Schauspielhaus/Dreischeibenhaus auf die Hochstraße führt. Innerhalb von fünf Tagen, so der mörderische Plan, sollen sie sich bis auf Höhe Jan-Wellem-Platz vorgearbeitet haben. Alles soll schnell gehen, noch schneller als sonst in der NRW-Kapitale. Fast scheint es, als hätte der OB Angst, man könnte es sich noch anders überlegen.

Am heutigen Sonntag ruhte die Baustelle dennoch, fast überraschend. Einige Düsseldorf nutzten die definitiv letzte Chance, ihre Hochstraße ein letztes Mal komplett in Augenschein zu nehmen. Vom Hofgarten aus war das gut möglich. Wer in der nächsten Woche am dessen Weiher entlang spaziert, dem wird sich schon ein ganz anderes Bild eröffnen. Schöner wird es nicht, dazu tragen auch die völlig missratenen Libeskind-Bauten am Jan-Wellem-Platz ihren Teil bei.

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Tausendfüßler-Abriss-Tagebuch – Teil 1: Ich möcht’ im Stehen sterben

Im Schatten der Johanneskirche herrschte ein Hauch von Großer Kirmes. Würstchen, Schumacher Alt, ein Toilettenwagen. Gegenüber vom fahrbaren Pissoir musizierte die Peter-Weisheit-Band. Deren Dixie-Jazz war es allerdings mitnichten, der die zahlreichen Düsseldorfer hinter den Öfen hervorgelockt hatte, an diesem schwer verschneiten Sonntag. Es war vielmehr die Aussicht, jenes Bauwerk, um dessen Schicksal so lange gerungen wurde, ein erstes und letztes Mal zu Fuß zu begehen. In den vergangenen Dekaden war der Tausendfüßler schließlich ausschließlich per PKW zu befahren gewesen und das auch nur in einer Richtung. Dieser genau entgegengesetzt schoben sich nun die Menschenmassen über den Todgeweihten. Morgen, so will es der städtische Masterplan, ist Abrissbeginn. Entsprechend prächtig war die Laune von Dirk Elbers. Der Düsseldorfer OB, der ob seiner Körpergröße und Fülle an Samson aus der Sesamstraße gemahnt, hatte um kurz nach eins schon das Gipfelkreuz erreicht und gab den gierigen Medien, was sie begehrten: Interviews.

Und dann hau ich mit dem Hämmerchen…
Foto: Alexandra Wehrmann

Keinen Steinwurf vom städtischen Oberindianer entfernt wurde trotz Sonntag hart gearbeitet. „Werkzeuge sind mitzubringen“ hatte es im Vorfeld geheißen und das hatten sich viele nicht zwei Mal sagen lassen. Mit Hammern, Meißeln und anderen Werkzeugen rückten sie dem Baudenkmal zu Leibe, um ein Stückchen Beton als Erinnerung mit heimzunehmen. Auch Kameras waren zahlreich vertreten zwischen Martin-Luther-Platz, Hofgarten, Schauspielhaus und dem gläsernen P&C-Gebäude. Obwohl der Tag ziemlich lichtarm daherkam, wurde die Szenerie auf unzähligen Fotos verewigt. Diese Gelegenheit kommt nicht wieder. Die Bagger, die der Hochstraße ab morgen den Garaus machen, sind schließlich schon da. Bis Mitte April sollen sie ihr grausiges Werk verrichtet haben. Wir begleiten sie mit unserer Kamera und beginnen heute unser Tausendfüßler-Abriss-Tagebuch. Und weil man Abschiede gerne mit Musik untermalt, tun wir das an dieser Stelle auch und widmen dem Wahrzeichen der autogerechten Stadt Reinhard Meys „Ich möcht’ im Stehen sterben“.

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Düsseldorf, vom Krieg geformt – “Enthusiasm” im Central

Die Cut-up-Reihe „Enthusiasm“ des Düsseldorfer Schauspielhauses lädt im Rahmen des „Duesseldorf Photo Weekend“ zu einer Ausstellung der ganz besonderen Art ein: Vom 1. bis zum 3. Februar wird eine Reihe von Künstlern im Fundus des Düsseldorfer Schauspielhauses die Zerstörung der Landschaft und Landschaften der Zerstörung zeigen und beschreiben.

Kernstück der Ausstellung sind 22 Luftaufnahmen der Royal Airforce aus den Jahren zwischen 1943 und 1945, die erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden und das Ausmaß der Zerstörung Düsseldorfs im Zweiten Weltkrieg dokumentieren. Ein weiteres historisches Schlachtfeld ist das Thema des Videokünstlers Stephan Kaluza, der in seiner Installation „Waterloo” den Ort von Napoleons Niederlage in seiner heutigen Erscheinung zeigt. Für den Samstagabend haben die Kuratoren der Reihe, Stefan Schneider und Ludwig Haugk, weitere Künstler und Experten eingeladen, die sich auf ganz eigene Weise mit dem Thema Krieg und Landschaft auseinandersetzen:

  • Michaela Melian, Künstlerin und Mitglied der Band FSK
  • Stefan Hostettler, Fotograf und Assistent bei Andreas Gursky
  • Milo Rau, Regisseur und Gründer des International Institute of Political Murder
  • Kevin Rittberger, Regisseur und Autor
  • Christa Irrgang, Galerie Max Mayer
  • Horst Bühne, Luftbildarchiv Münster
  • Philip Fürnkäs, Julia Stoschek Collection

Im abschließenden Gespräch mit den Kuratoren wird Regisseur Staffan Valdemar Holm den schwedischen Künstler Ake Hodell vorstellen, in dessen Werk der Krieg eine zentrale Rolle spielte.

Enthusiasm VII „Landschaft, Stadt, Krieg”, Ausstellung: 1.2., 18 Uhr, 2.+3.2., 14-18 Uhr, stündlich mit Führung durch die Kuratoren, Cental, Worringer Str. 140, Düsseldorf

Text: Michael Wenzel

 

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„God save the Queen“ auf der Querflöte – Gelungene Premiere der „Abb(e)y Stand Show“

Am Mittwochabend war es so weit. Samir Kandils neue Late Night Show hatte Premiere. Und das in einer Räumlichkeit, die in der Kulturstadt Düsseldorf noch ein völlig unbeschriebenes Blatt ist: dem Falkenzimmer im Düsseldorfer Stadtteil Flingern. Letzteres entpuppte sich als Wohnzimmer des Künstlers. Kandil begrüßte seine Gäste noch in zivil, um kurz darauf in einen schwarzen Anzug zu schlüpfen und sich in den Host der Show, Abb(e)y Stand, zu verwandeln.

Der Gastgeber hatte mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen: Es fand sich kein Freiwilliger, der den Sidekick mimen wollte. Die Wunschgäste hatten in Person der Betreiberinnen vom Fischrestaurant Walldorf, das Ende Januar seine Pforten schließt, abgesagt. Und auch der Zucker wollte sich nicht so recht im kalten Wasser auflösen, als Stand versuchte, einen Drink aus einem Buch von William Faulkner nachzumixen. Für die Drink-Herstellung hatte er sich Verstärkung besorgt. Regina Vollmers, coolibri-Mitarbeiterin mit einer Vorliebe für Whiskey Sour, erwies sich als begnadete Rühr-Hilfe, konnte aber zum vom Host vorgegebenen Thema „Drinks in der Literatur“ rein gar nichts beitragen.

Was folgte war eine fingierte Schalte nach Marienbad, vor allem aber zwei wunderbare Kirchenmusiker, die die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberten. An Querflöte und E-Piano gaben die Herren insgesamt drei Musikstücke zum Besten, darüber einen Auszug aus Schuberts „Winterreise“ und – als krönenden Abschluss – die englische Nationalhymne „God save the Queen“.

Bei der Nach-Besprechung in der Küche waren sich die Premieren-Zuschauer ziemlich einig: So kann es weitergehen mit Abb(e)y. Am 20. Februar wird die nächste Folge aufgezeichnet – in der Filmgalerie auf der Bilker Brunnenstraße. Und für die vielen, die den Auftakt verpasst haben, gibt es Ausgabe eins seit heute im Netz.

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Ja, is denn heut’ scho Frühling? – Was die hohen Temperaturen der letzten Wochen mit Mensch und Tier machen

Der Kälteeinbruch ist da – und im Gegensatz zu vielen anderen begrüßen Kollegin B. und ich das ausdrücklich. Die Temperaturen in den letzten Wochen waren ja nicht normal. Allzu viele, seien sie nun Mensch oder Tier, erlagen mir nichts dir nichts dem Irrglauben, es sei schon Frühling. Hyperaktive Maulwürfe verwandelten einst ebene Grünflächen in braune Mittelgebirge. Vögel tirilierten im Wald und auf dem Feld. Und auch die Menschen gaben sich verwirrt ob der Hitzewallungen, die sie unter ihrer Wintergarderobe ereilten. In manchem Altbau war es kühler als vor der Tür. Die Folge: An Heiligabend wurden kurzerhand Fahrradtouren anberaumt, die sich getrost in Übergangsjacken (schönes Wort) absolvieren ließen. Im Park wurde in Shorts gejoggt. Ein Dauerläufer ließ gar Schuhe und Strümpfe daheim und trat seinen Parcours auf Ascheboden (!) barfüßig an.

Auch in der kleinen Schreibstube, in der B. und ich Dienst tun, blieb die laue Luft nicht ohne Folgen. Als B. vor einigen Tagen über seine Agentin ein Interview mit einem deutschen Erfolgsautor anfragte, meldete sich der Mann gleich persönlich via Mail – um zu fragen, ob sie die „21-Jährige aus dem Netz“ sei. Erstaunlich. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Schriftsteller selber ein Alter erreicht hat, in dem viele seiner Landsleute bereits Rente beziehen.

Auch bei dem Meerbuscher Marc Sigal, bürgerlich Marc Otto Heide, liegt offenbar ganzjährig Liebe in der Luft. Mit selbstkomponierten Songs wie „Baby Give Me A Call“, „Liliana“ oder „Girls From Saigon“ wandelt der 49-Jährige auf den Spuren von Electrolore-Erfinder Alexander Marcus. In seinen Videos steht Sigal schon mal das Wasser bis zum Hals. Rauchend posiert der Blondschopf, der im Gesicht an Klaus Kinski gemahnt, in einem Swimming Pool und legt eine Überdosis Gefühl in jede seiner schmachtenden Textzeilen.

Im vergangenen Jahr versuchte Heide sein Glück bei Dieter Bohlens „Supertalent“. In roter Hose und rotem Jackett über barer Brust trat er vor Jury und Publikum. Letzteres gab sich ungnädig und buhte ihn von der Bühne. Entmutigen ließ er sich dadurch nicht. Sein Leben sei „ein einziges Erfolgserlebnis“, berichtete er der BILD.

Nicht zuletzt durch derlei Statements hat der Mann aus Meerbusch das Interesse der coolibri-Redaktion geweckt, die ihn zwecks eventuellen Interviews in den vergangenen Tagen kontaktierte. Beendete der Komponist und Sänger die erste Mail an die Redaktion noch mit „love, Marc“, sendete er in der zweiten bereits „trillion kisses“. Fortsetzung folgt. Spätestens, wenn wirklich Frühling ist.

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PDR: Heimspiel im FFT Freitagsklub

Vor Kurzem waren sie noch musikalische Gäste im ZDF Frühstücksfernsehen, am 25. Januar tritt PDR, die als Punk’d Royal bekannte Hammerband, zum Heimspiel in der Jahnstrasse an. Der Grund ist nicht alleine der Start zur Tour des Indiepop-Trios, die sie auch durch England führen wird, sondern die Party zur Veröffentlichung ihres neuen Albums ON A WHIM.

Strahlende Aussichten für Punk’d Royal, Foto: Anke Peters

Das Publikum erwartet ein Abend im intimen Rahmen, der für die Düsseldorfer und ihre Fans in Zukunft seltener werden dürfte. Denn perfekt arrangierte Songs wie die Singles „Drive“ und „Walking On Water“ klingen deutlich nach Brennstoff für den Auftritt auf den großen Festivalbühnen.

Text: Michael Wenzel

 

Video zu „Drive“:

 

PDR Album Release Show
25. Januar im FFT Freitagsklub, Jahnstraße 3, 40215 Düsseldorf
Einlass: 21:00 Uhr, Beginn: 22:00 Uhr
VVK: 5 €, AK: 8 €

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Walachei is where the heart is – “Tschick” im Bayer Kulturhaus

“Alle drei Vorstellungen waren ausverkauft”, bemerkt der freundliche Mann an der Kasse des Leverkusener Bayer Kulturhauses bei der Kartenübergabe für “Tschick” nicht ganz frei von Stolz. Und das zu recht, schließlich besteht gut die Hälfte des Publikums des samstagabendlichen Gastspiels des Deutschen Theaters Berlin aus Jugendlichen. Da können die Unken noch so laut rufen, die Bühnenadaption des gleichnamigen Bestsellers von Wolfgang Herrndorf vermag ihre Zielgruppe zur guten alten Tante Theater zu locken.

Copyright: Arno Declair

Im Spielraum sitzt dann ein Mann mit Gitarre in Boss Hoss-Bühnengarderobe zwischen falschen Kakteen und “Walachei”-Leuchtreklame vor der Zielgruppe und klimpert ein bisschen. Zwei Schauspieler tauschen virtuos die Rollen und ganz kurz kommt auch eine Schauspielerin auf die Bühne, die nicht aus der Rolle fällt, sondern der Figur Isa treu bleibt, obwohl diese Personalie bereits von den beiden Schauspielern übernommen wurde. Die Kulisse und der Klampf-Cowboy machen die Richtung klar: Hier wird Road Movie gespielt, der Weg ist das Ziel: Das Thema ist jugendliches Herumstromern von zwei Vierzehnjährigen im geklauten Lada. Das Ziel heißt JWD, Dingenskirchen oder Walachei. Und der Weg ist Dosenbier, das schönste Mädchen der Klasse, die trinkende Mutter und die gesamte (sexuelle) Orientierung. Die Schauspieler des DT Berlin spielen Herrndorfs gelungene Textvorlage solide, achten genau aufs Tempo und platzieren Pointen fein. Damit schauspielern sie sich in der eher konventionellen Interpretation zeitgenössischen Theaters in die Herzen ihres Publikums: Die jungen Theatergänger klatschen und trampeln, als ob es kein Morgen gäbe, und holen die Akteure damit mehrfach hinter dem Vorhang hervor. Und tatsächlich gibt es eine Zugabe: eine anschließende Diskussion mit den Schauspielern und Regisseur Alexander Riemenschneider.

Als Tipp gibt es einen fotografische Blick hinter die Kulissen: Noch bis zum 13. Januar sind auf zwei Etagen des Erholungshauses die wunderbaren Schauspieler-Porträts von Margarita Broich zu sehen.

Text: Katja Früh

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