
"Ich hab so viele Ärsche gepudert, um Leute zu treffen, die an das glauben, was ich mache. Aber so viele Absagen wie ich mir vom Grand Hotel van Cleef (Label der Band Tomte, Anm. d. Red) geholt hab, weiß ich schon gar nicht mehr. Aber da wollte ich immer dazu gehören. Tomte ist eine meiner Lieblingsbands. Aber die fanden das glaub ich einfach ganz furchtbar, was ich mache. Ich glaub dem Thees Uhlmann (Sänger von Tomte) hab ich sogar mal eine Vinyl-Platte geschickt, wo ich was draufgekritzelt hatte wie ‚Es ist mir egal was du denkst, ich find das schön’ oder so. Naja, aber wo wir waren wir jetzt überhaupt?“, fragt Tommy Finke beim Interview in Bochums Freibeuter. Bei seinem neuen Doppelalbum POET DER AFFEN bzw. POET OF THE APES, das Tommy wegen seiner großen Beliebtheit im Ausland einfach zweisprachig eingespielt hat, die eine Hälfte auf Deutsch, die andere mit gleichen Songs auf Englisch.
Da geht es um den Kater am morgen, die Freundin auf dem schiefen Ast, die schlaflose Nacht oder das Schiff das einen nicht abholt („Es kommt kein Schiff“ als Hommage an die Berliner Band Tele, neben vielen anderen an Oasis). Und obwohl angeblich 90% der Songs auf wahren Geschichten beruhen, die immerhin nicht alle ihm persönlich passiert sind, klingt die Platte angenehm fröhlich und melodiös. „Das habe ich ein bisschen bei The Cure gelernt oder beim Reggae ist das auch so. ‚I Shot The Sheriff’ oder ‚No Woman, No Cry’, das sind eigentlich ganz furchtbare Sachen, aber die Musik ist immer sehr sehr fröhlich. Ich bin ein großer Hymnen-Fan und möchte, dass im Refrain die Hoffnung mitspielt und deswegen geht es bei meinen Sachen nie so richtig in den Keller.“ Da das Grand Hotel nicht zugegriffen hat, freut sich nun das Bochumer Label Roof Music. Und Tommy freut sich, wenn er bei seiner kostenlosen Release Show im Bahnhof Langendreer die Hütte vollbekommt. Also dann: Auf zum Poeten!
Tommy Finke live am 11.2. in Bochum und 6.3. in Recklinghausen
Text: Philip Stratmann
Foto: Toni Heim
