
Doch auch wenn solch ein leerstehendes und entweihtes Kirchengebäude auch nur schwer warmzukriegen ist, heiß (und hoch!) (aber nicht allzu heilig ...) her geht's beim Training der 45 jungen Streetartisten hier und heute schon: "Urbanatix" - das sind BMXer, Traceure, Freerunner, Tricker und Breakdancer, die sonst an weniger kirchlichen, aber genauso ungenutzten Räumen der (Ruhr-)Metropolen agieren; Treppen, Geländer, Litfassäulen, Baugerüste, Podeste, Mauervorsprünge und andere öffentliche Plätze müssen oft unerlaubterweise für ihr ebenso kreatives wie sportliches, akrobatisch-artistisches Potential herhalten, das sich nun aber schon bald in einer spektakulären Show frei und ungebremst entfalten darf: Am 21., 22. und 23. Mai, also an Pfingsten (und zu den seligen Uhrzeiten 21.30 und 24 Uhr!), wird das vielleicht letzte bedeutende verbliebene Projekt der RUHR.2010 in Bochum unter dem Motto "Street Art Meets World Artistic" seine gebührend göttliche Weltpremiere nebenan in der "Kathedrale der Industriekultur" feiern.

Denn neben den 45 bei umfangreichen Castings streng ausgewählten und nun rundum begeisterten Streetartisten (die über Ostern auch noch in ein schnuckeliges Trainingscamps einquartiert werden), sollen bei der anstehenden Uraufführung demnächst noch echte Profis wie die japanischen Funkstyle-Tänzer Hilty & Bosch sowie Rémi Martin (am Chinesischen Mast) und die beiden "Cirque du Soleil"-Akrobatinnen Anke van Engelshoven und Valérie Inertie die ebenso talentierten wie enthusiasmierten Newcomer unterstützen und die Zuschauer vollends begeistern: harder, better, faster, stronger!

"Ich bin schon jetzt begeistert", meint auf alle Fälle Bochums Kulturdezernent Michael Townsend, der sich vom Eventfieber des Projektinitiators Christian Eggert (seines Zeichens kreativer Motor der Bochumer Agentur "Dacapo") und dessen Ko-Regisseurs Karl-Heinz Helmschrot geschwind und gründlich hat anstecken lassen.

Jetzt schon voller Esprit und Elan mit dabei im kunterbunt turbulenten Trainings-Treiben der Marienkirche ist übrigens auch das zwanzigjährige Multitalent - und sozusagen der Popstar - unter den modernen deutschen Artisten: Eike von Stuckenbrok, der - jung, cool, fresh und dynamisch - die hochbegabt und hoffnungsfroh heranrasenden Stürmer und Dränger in die richtigen Showbahnen zu lenken versucht und in Bälde auch einem alten Hasen wie eben erwähnten Rémi Martin am Chinesischen Mast zeigen könnte, was eine Harke ist.

Fotos: Dirk Krogull
Wer mehr über Eike wissen und von ihm sehen möchte, darf sich übrigens gern bei "Youtube" umschauen ...
