Albert Mayr: Ghost Notes

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Ausstellung

Wann

  • Montag geschlossen
  • Dienstag geschlossen
  • Mittwoch 13.00 - 18.00
  • Donnerstag 13.00 - 18.00
  • Freitag 13.00 - 18.00
  • Samstag 13.00 - 17.00
  • Sonntag geschlossen

Laufzeit

-
Die Ausstellung ist inzwischen leider ausgelaufen!

Veranstalterinformationen

Ghostnotes sind subtile Schläge, die Schlagzeuger/innen nutzen, um einem Stück mehr Groove zu verleihen. Albert Mayrs Ausstellung, in deren Zentrum Collagen stehen, überträgt die Suche nach solch subtilen Sounds ins Zweidimensionale und wirft die Frage auf: Wie klingt eine Erdnuss? In Mayrs Installationen, Performances, Papierarbeiten und Objets Trouvés geht es oftmals um die Klangqualität von Alltagsgegenständen oder die Produktion von zufallsgesteuerten, arhythmischen, organischen Sounds. In seinen „Tropfenstudien“ (2014) leitet er beispielsweise Wasser durch einen Infusionsschlauch auf Metallfolien oder Bleche und von dort auf Joghurtbecher oder Plastikdeckel. Je nach Einstellung des Infusionsreglers entstehen so schnelle oder langsame, sich synkopisch überlagernde Rhythmen. Die in der Ausstellung präsentierten Collagen übersetzen das Prinzip derart hintereinander geschalteter Klänge in die Bildebene: Alltagsgegenstände und Fundstücke werden eingescannt, ausgedruckt, aufgeklebt und mit zarten Bleistiftstrichen verbunden. Das so entstandene Schema erinnert an eine Schaltkreiszeichnung – ähnlich könnte man sich eine Arbeitsanweisung für den Roadie einer Rockband vorstellen, dessen Aufgabe es ist, die Effektgeräte der Gitarristin korrekt hintereinander zu schalten. Statt Verzerrern oder Loopern werden hier jedoch Nägel, Streichhölzer, Erdnüsse und Federn„verkabelt“, wobei es der Phantasie des Betrachters überlassen bleibt, welchen Sound diese wohl erzeugen mögen. Nach den Regeln der Tontechnik können wir allerdings sicher sein, dass die verschiedenen Kreisschaltungen der Elemente ein ordentliches Feedback produzieren. Angeordnet sind die Dinge wie Käfer oder Früchte in einem Biologiebuch oder die Speisen in Mayrs frühererArbeit „Omegas Papadopoulos Food Ezyklopedia“, weshalb es nahe liegt, sich diese Klänge als organische vorzustellen. Eine weitere Collage von Schlegeln des Wiener Orchesters für neue klassische Musik Klangforum – auch diese nach Art eines taxonomischen Systems arrangiert – verbindet die Papierarbeiten mit der VideoInstallation „In-A-Gadda-Da-Vida“. Hierbei handelt es sich um die Neuinszenierung einer Performance, bei der Mayr Trommeln und Becken eines Schlagzeugs in einem endlosen Loop durch die gleichmäßigen Tropfen eines Rasensprengers bespielen ließ – eine gekonnte Anspielung auf das nicht enden wollende Schlagzeugsolo in dem gleichnamigen Song der Band Iron Butterfly. Die hier präsentierte Version gleicht hingegen einer Naturgewalt: Unregelmäßig zündende Knallkörper produzieren Rauch, die explodierenden Trommelkessel liefern einen brachialen Sound. Dass das Schlagzeug nach diesem Konzert nicht mehr wie vorgesehen (aber vielleicht anders?) genutzt werden kann, nimmt Mayr in bester Rocktradition stehend, gern in Kauf.

Location

Martinetz
Moltkestr. 81
50674 Köln

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